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 Jagd in der Presse 2019 

vgt.at vom 07.10.2019

Jäger-Angriff auf Tierschützer

VGT kritisiert Verwendung lebender Enten für Jagdhundeausbildung

Im Bezirk Leibnitz in der Steiermark kam es gestern zu einem Angriff auf den Obmann-Stv. des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN. Der von Anrainer_innen alarmierte Tierschützer David Richter kam zu einem Autoanhänger, in dem offenbar Tiere eingesperrt waren und laut schrien. Als er nachsehen wollte, was sich unter der Plane befand, kam ein Jäger und schlug auf David Richter ein.

Richter schildert den Vorfall folgendermaßen: Durch einen Hinweis kam ich zu einer Jagdhundeprüfung an einem Teich. Ich hörte schreiende Enten aus einem Autoanhänger. Mit der Kamera in der Hand öffnete ich die fast vollständig geschlossene Plane und filmte die Enten, die in Kisten eingesperrt waren. Plötzlich stürmte ein Jäger auf mich zu und schlug auf mich ein, sodass ich mehrere Meter rückwärts gedrängt wurde und dann die Böschung zu dem Bach hinabstürzte. Der Jäger versuchte, meine Kamera zu entwenden und mich ins Wasser zu stoßen. Das misslang glücklicherweise - und ich konnte unmittelbar danach die Polizei rufen, um Anzeige zu erstatten. Vor dem Eintreffen der Polizei jedoch flüchtete der Jäger mit dem Anhänger und den Enten. Meines Wissens nach wurden die Enten freigelassen und dieser Teil der Prüfung abgebrochen.

Der VGT wird nicht nur wegen der Nötigung und dem Angriff auf den Tierschützer, sondern auch wegen dem Einsatz von lebenden, flugunfähig gemachten Enten bei der Jagdhundeausbildung und -prüfung Anzeige erstatten. Den dokumentierten Enten sollten scheinbar vor dem Aussetzen die Flügel mit einem Klebeband verbunden werden. Die Enten werden typischerweise ins Wasser geworfen, und die Hunde dann auf sie gehetzt. Bei Verkleben mit  Papiermanschetten lösen sich diese nach einiger Zeit im Wasser auf – wenn die Enten den Hunden entkommen können. Ob sich auch der bei diesen Enten in Leibnitz eingesetzte Klebstoff nach einiger Zeit im Wasser auflöst, bleibt für die Tierschützer_innen unklar.

Richter merkt an: Die Jagdhundeausbildung fällt unter das Tierschutzgesetz und dieses verbietet ganz klar das Hetzen eines Tieres auf ein anderes. Insbesondere ist es Tierquälerei, lebenden Enten die Flügel zu verkleben und sie dann auszusetzen. Die Enten erleiden höchsten Stress, wenn sie flugunfähig vor Jagdhunden flüchten müssen. Werden sie gefangen, erwartet sie der Tod – entweder durch Menschenhand oder durch den Biss der Hunde. In der Steiermark  ist das Aussetzen von Enten für die Jagd verboten worden, besonders unmittelbar davor.

VGT-Campaigner David Richter möchte die Sachverhalte nun prüfen lassen: Neben dem Einsatz der Enten sehen wir auch den Transport der Enten auf einem nicht gekennzeichneten Anhänger unter einer möglicherweise luftdichten Plane (es sammelte sich schon Kondenswasser) kritisch. Eine Anzeige wird erfolgen.

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oe24.at vom 23.09.2019

Zu viele tödliche Unfälle: Forderung nach Jagdverbot in Italien

Sohn tötete Vater bei Wildschwein-Jagd in Süditalien

Rom (APA) - Nach wiederholten Jagdunfällen wird in Italien die Forderung nach einem Verbot immer vehementer. Am Sonntag hat ein 34-Jähriger unweit der süditalienischen Stadt Salerno versehentlich seinen 55-jährigen Vater bei einer Wildschwein-Jagd erschossen. Der tödliche Schuss traf das Opfer in der Baugegend.

Gegen den 34-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Er wurde auch angezeigt, weil er außerhalb der Jagdzeit auf der Suche nach Wildschweinen unterwegs war, berichteten italienische Medien. 2018 waren in Italien 22 Menschen wegen Jagdunfällen ums Leben gekommen, 68 Personen wurden verletzt.

Die Ex-Tourismusministerin und Forza Italia-Parlamentarierin Michela Brambilla urgierte die Verabschiedung eines Gesetzesentwurfs für ein Jagdverbot, das im Parlament bereits vorliegt. Der Tierschutzverband ENPA meinte, es sei unannehmbar, dass das Töten von Tieren aus Spaß erlaubt sei. Zu oft seien Jäger unweit von Häusern und Straßen unterwegs.

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meinbezirk.at vom 12.09.2019

Jäger schoss streng geschützten Raubvogel ab

SUBEN (juk). Ein Passant wurde in Suben (Oberösterreich) Zeuge, wie ein Jäger eine streng geschützten Rohrweihe abschoss.

„Am 5. September um 6.30 Uhr beobachte ich beim morgendlichen Spaziergang einen Greifvogel im Flug. Plötzlich fiel ein Schuss, der Vogel flog schief und nach einem zweiten Schuss trudelte er zu Boden!“, schildert der Beobachter. Gegenüber dem Spaziergänger gab der 66-jährige Jäger an, nach Krähen gejagt zu haben. Bei dem erschossenen Greifvogel handelt es sich jedoch um ein erwachsenes Männchen einer Rohrweihe, eine nach Vogelschutzrichtlinie streng geschützte Art. Die Rohrweihe zählt mit 15 bis 25 Brutpaaren zu den seltensten Greifvögel Oberösterreichs. Der Passant erkannte, dass es sich um einen Greifvogel handelt, stellte den Jäger zur Rede, machte ein Beweisfoto und meldete den Vorfall.

Abschuss gilt als Umweltstraftat

Der Raubvogel-Abschuss wird als selten vorkommende Umweltstraftat gewertet und liegt bereits bei der Staatsanwaltschaft, wie Ernst Maier von der Bezirkshauptmannschaft Schärding berichtet: "Es gibt die goldene Regel: Man muss ein Stück eindeutig ansprechen, wie es im Jägerjargon heißt." Zu Deutsch: Man muss genau wissen, auf was an schießt, bevor man schießt. Laut Paragraf 181 kann fahrlässige Beeinträchtigung der Umwelt mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden. Auch die Jagdjarte könnte dem Mann entzogen werden. „Durch die lückenlose Beobachtung und Dokumentation des Tatvorgangs erhoffen wir uns eine gerechte Verurteilung durch die Behörden sowie den Entzug der Jagdkarte", so Susanne Schreiner von Bird Life Österreich. Verschiedenen Quellen ist zu entnehmen, dass der betroffene Jäger nicht das erste Mal aufgefallen ist.

Meldeplattform für Vergiftung oder Abschuss von Greifvögeln

BirdLife Österreich und WWF Österreich ersuchen auch weiterhin österreichweit Verdachtsfälle von Vergiftungen oder Abschüssen von Greifvögeln über die Meldeplattform www.kaiseradler.at, der APP birdcrime sowie telefonisch unter 0660/869 23 27 zu melden.

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orf.at vom 06.09.2019

Nach Wolfstötung Ergreiferprämie ausgesetzt

Nachdem Ende Juli im Sellraintal (Bezirk Innsbruck-Land) ein Wolfskadaver entdeckt worden ist, reagieren Umweltschutzorganisationen jetzt mit einer Ergreiferprämie. Untersuchungen haben ergeben, dass der Wolf angeschossen worden war.

Umweltverbrechen müssten konsequent verfolgt und geahndet werden, so Christian Pichler vom WWF, der in dieser Sache jetzt gemeinsam mit dem Naturschutzbund aktiv geworden ist. Die ausgelobte Ergreiferprämie in Höhe von 11.000 Euro soll die Polizei bei ihren Ermittlungen im Falle der Wolfstötung in Sellrain unterstützen, heißt es.

Ein Schwammerlsucher hatte den Wolfskadaver bei Sellrain entdeckt. DNA-Untersuchungen bestätigten dann, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelte, der auch eine Schussverletzung im Bauchbereich aufwies. Der Kopf wurde dem Tier abgetrennt und bisher nicht gefunden. Ebenfalls haben die Untersuchungen ergeben, dass der Wolf für Schafrisse in Inzing verantwortlich war.

Ergreiferprämie schon einmal zweckdienlich

Im Jahr 2015 führte die ausgesetzte Prämie nach einem Luchsfund zur Ergreifung eines Ehepaars. Beide wurden zu einer Geldstrafe und Schadensersatzzahlung verurteilt, der Jagdschein wurde ihnen für mehrere Jahre entzogen. Auf einen ähnlichen Fahndungserfolg hofft man nun im Zuge der Ermittlungen zum gewilderten Wolf, dessen Tötung dem europaweiten Schutz zuwiderläuft.

„Illegale Verfolgung durch den Menschen ist immer noch die größte Bedrohung für streng geschützte Tierarten wie Wolf, Luchs, Bär und Seeadler“, erklären WWF und Naturschutzbund. Bären wurden durch Wilderei ein zweites Mal in Österreich ausgerottet.

Umdenken im Umgang mit Beutegreifern

„Wir brauchen dringend eine Abrüstung der Worte. Anstatt Ängste zu schüren müssen betroffene Landwirte ausgewogen informiert und Herdenschutzlösungen vorangetrieben werden. Der Wolf ist weder Bestie noch Kuscheltier, sondern eine europarechtlich streng geschützte Art. Seine Rückkehr erfordert daher naturschutzfachlich korrekte und rechtskonforme Maßnahmen, wie sie in Nachbarländern erfolgreich praktiziert werden“, bekräftigt Pichler vom WWF Österreich.

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orf.at vom 05.09.2019

19-Jähriger erschoss versehentlich seine Freundin

Beim Hantieren mit einer Waffe hat Mittwochabend bei Fehring im Bezirk Südoststeiermark ein 19-Jähriger versehentlich seine Freundin erschossen.

Der 19-Jährige wollte Mittwochnachmittag mit seiner gleichaltrigen Freundin und ihrem dreieinhalb Monate alten Sohn aus dem Burgenland in das Wohnhaus seiner Mutter in Hohenbrugg an der Raab übersiedeln.

Plötzlich löste sich ein Schuss

In den späteren Abendstunden war die junge Familie alleine im Wohnhaus und hielt sich im Schlafzimmer im ersten Stock auf. Laut Polizei nahm der 19-Jährige gegen 21.20 Uhr eine an der Wand aufgehängte kombinierte Hahnbüchsflinte herunter. Aus noch unbekanntem Grund löste sich aus der vermeintlich ungeladenen Waffe plötzlich ein Schrotschuss und traf die junge Frau im Gesichts- und Halsbereich.

Der junge Mann lief sofort zu seinem im Nebenhaus wohnenden Onkel, der wiederum die Rettung und die Polizei verständigte, der Notarzt konnte aber nur noch den Tod der jungen Mutter feststellen.

Geglaubt, dass Waffe nicht geladen sei

Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen, die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an, weiters eine Blut- und Harnuntersuchung bei dem 19-Jährigen.

Er habe geglaubt, die Schrotflinte sei nicht geladen, gab der 19-Jährige später gegenüber der Polizei an; er musste wegen seines angegriffenen psychischen Zustands ins Spital gebracht werden. Das drei Monate alte Baby war im Nebenzimmer, als es zu dem tödlichen Unglück kam – es wird jetzt von den Eltern der verstorbenen Frau betreut.

Waffe gehörte dem verstorbenen Großvater

Bezüglich einer möglicherweise unsachgemäßen Verwahrung der Waffe wird noch ermittelt; laut Polizei gehörte die Waffe dem Großvater des 19-Jährigen, der bereits vor mehreren Jahren verstorben war.

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rtl.de vom 18.08.2019

Jägerin bespritzt Tierschützer mit Fuchsurin

Urin-Attacke gegen Tierschützer. Krank durch Urin-Angriff

Diese schockierenden Aufnahmen halten fest, wie ein Tierschützer von einer Jägerin attackiert wird. Als er die Jägerin nach ihren ungewöhnlichen Jagd-Methoden fragt, um Füchse anzulocken, rastet sie aus und bespritzt ihn mit Fuchsurin. Sehen Sie die Urin-Attacke im Video.

Opfer wird nach Angriff krank

Das 64-jährige Opfer, das nur als "Bob" bekannt ist, setzt sich in der Oragnisation "West Kent Hunt Sabs" für den Tierschutz ein. Doch mit einer solchen Attacke hatte auch er wohl nicht gerechnet: Die 51-Jährige Jägerin Julie Hadlow von "Ashford Valley Tickham Hunt", war scheinbar so genervt von den Fragen des Tierschutzers, dass sie ihn kurzer Hand mit Gelbfuchs-Urin bespritzte, um ihn zu verscheuchen.

Die Folgen: Bob wurde krank. Seine Nasennebenhöhlen waren verstopft, er litt unter extremen Halsschmerzen, so dass er beim Arzt sogar Blutuntersuchungen machen musste.

Jägerin wurde als schuldig gesprochen

Nach der Attacke zeigte die Tierschutz-Organisation die Jägerin an – mit Erfolg: Julie wurde schuldig gesprochen und musste die Gerichtskosten übernehmen.

"Egal, was die Jäger auf uns werfen, ob es Fuchssaft ist, unsere Drohne abschießt oder Gewalt, wir werden uns nicht davon abhalten lassen, Gerechtigkeit für unsere Wildtiere anzustreben", erzählt Harry Blackhurst von der Tierschutzoragnisation der britischen Mail Online.

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kurier.at vom 01.08.2019

Illegaler Wolfsabschuss? "Die Gesetze sind einzuhalten"

Niederösterreichs Landesjägermeister Pröll verlässt sich auf die Korrektheit der Mitglieder, bis zu acht Wolfssichtungen pro Monat.

Obwohl in Niederösterreich alle drei heimischen Wolfsrudel leben, ist es seit Monaten ruhig. Laut Statistik des Landes sind 2019 nachweislich drei Schafe von Wölfen gerissen worden. Im Herbst könnte die Anzahl der getöteten Nutztiere wieder deutlich steigen, wenn die Jungwölfe Appetit auf Fleisch bekommen. Derzeit seien die Wolfsmütter mit dem Säugen und Beaufsichtigen des Nachwuchses beschäftigt, erklären Experten.

Trotzdem hat der Vorfall in Tirol auch in Niederösterreich die ohnehin schon hitzige Debatte um Abschüsse sogenannter Problemwölfe neu angefacht. Auf die Frage, ob NiederösterreichsLandesjägermeister Josef Pröll besorgt sei, dass illegale Wolfsabschüsse auch in seinem Bundesland folgen könnten, erklärte er: „Die bestehenden Gesetze sind einzuhalten. Und Punkt.


Gerichtshof

Zuletzt begrüßte Pröll die Stellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs, in der zu lesen war, dass eine Genehmigung zur Wolfsbejagung in Ausnahmefällen möglich sein soll. Noch fehlt das Urteil des Gerichtshofs. Das wird spätestens im Herbst erwartet. Die bisherige Entscheidung sei eine gute „für Bevölkerung, Landwirtschaft und Jagd“, meinte Pröll damals: Sollte die jagdliche Kompetenz eines Tages bei diesem Thema gefordert sein, werde man entsprechend einschreiten.

Vergrämungen

Bisher sind nur zwei Wolfsvergrämungen im Waldviertel durchgeführt worden. Im vergangenen September bekam ein Wolf ein Gummigeschoß auf seinen Pelzgebrannt. Später sind mehrere Wölfe vertrieben worden, indem ein Jäger mehrere Geschoße vor einer Schafweide in den Boden schoss.

Seit November betreibt das Land eine eigene Hotline, unter der Bürger Wolfsichtungen melden können. Pro Monat werden acht bis zehn Anrufe – mit mehr oder weniger hilfreichen Informationen – registriert.

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kurier.at vom 31.07.2019

Streit um Raubtiere eskaliert: Hass auf Wolf gipfelte in Abschuss

Bei einem im Sellrain entdeckten Kadaver dürfte es sich um einen Wolf handeln. Zuvor gab es mehrere Risse in dem Gebiet

Die Emotionen haben sich über Wochen aufgeschaukelt. Nun könnte der Streitdarüber, ob der Wolf in Österreich Platz hat oder eine Bedrohung ist, in einem Akt der Selbstjustiz gemündet haben.

Ausgerechnet im Tiroler Sellrain, also in jenem Gebiet, wo im Juli mehrere Schafe gerissen wurden, haben Schwammerlsucher am Dienstag einen bereits stark verwesten wolfsartigen Kadaver ohne Kopf gefunden.

 „Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um einen Wolf handelt“, erklärte Martin Janovsky, Tiroler Beauftragter für große Beutegreifer, am Mittwoch. Gewissheit könne aber nur die Bestätigung durch eine genetische Untersuchung bringen.

Die DNA-Ergebnisse werden im Laufe der kommenden Woche erwartet. Nach einer ersten pathologischen Untersuchung steht aber bereits fest, dass das Tier eine schwere Schussverletzung im Bauchraum aufweist.

Wolfsbeauftragter Georg Rauer ist über die Angelegenheit informiert und ebenso gespannt auf das Ergebnis der Untersuchungen. Ihn irritiert allerdings die Art des Felles: „Das deutet nicht unbedingt auf einen Wolf hin.“

Fall für Staatsanwalt

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass ein Wolf und somit ein streng geschütztes Raubtier illegal getötet wurde, wird die Causa ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Im Raum stünden laut Polizei Delikte wie Eingriff in fremdes Jagdrecht, Tötung eines besonders geschützten Tieres, Tierquälereisowie diverse Verwaltungsstraftaten.

Der Wolf sorgt seit seiner Rückkehr nach Österreich überall, wo er auftaucht, für hitzige Debatten. Es sind meist Schafe, die dem Raubtier zum Opfer fallen. Bauernvertreter mehrerer Bundesländer fordern, dass der Alpenraum mit seiner Almbewirtschaftung zur wolfsfreien Zone werden soll.

Strenger Schutz

Doch das beißt sich mit dem Schutz der einst ausgerotteten Tiere. Innerhalb kürzester Zeit gab es nun bereits zwei Anträge auf Abschuss des Beutegreifers. In Salzburg ist die Entscheidung noch ausständig. Nach mutmaßlichen Wolfsrissen im Gebiet der Tofernalm im Großarltal (Pongau) vor drei Wochen stellte sich das Land hinter die Forderung der Bauern nach Entnahme. Es handle sich um einen „Problemwolf“.

Etwa 20 tote Schafe rund um das Sellraingebiet in Tirol – die Hälfte davon mit Rissspuren – riefen auch dort die Landwirte auf den Plan.

War zunächst ein Bär hinter den Angriffen vermutet worden, wurden bei vier Schafen DNA-Spuren eines Wolfs nachgewiesen.

Antrag auf Abschuss

Die Landwirtschaftskammer wollte die DNA-Ergebnisse offenbar nicht abwarten und hatte bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft am selben Tag bereits vorsorglich die Entnahme eines „großen Beutegreifes“ beantragt. Für einen Abschuss gebe es „derzeit keine fachlichen Voraussetzungen“, befand die Behörde allerdings drei Tage später.

Ob das wolfsartige Tier im Sellrain vor oder nach dieser Entscheidung geschossen wurde, ist vorerst noch offen. „Die umsichtige Entscheidung, den Abschussantrag abzulehnen, ist das Gegenteil eines Freibriefs für Wilderer, selbst zur Flinte zu greifen“, sagt Christian Pichler, Wolfs-Experte des WWF.

Mäßigende Worte

Tirols Agrar-Landesrat Josef Geisler, seines Zeichens auch VP-Bauernbundchef, war vergangene Woche noch um Beruhigung bemüht. Wolf und Bär würden „ein veritables Problem für die Almwirtschaft darstellen“, zeigte er Verständnis für die Bauern.

Es sei aber auch „eine Tatsache, dass die großen Beutegreifer dem höchsten EU-Schutzstatus unterliegen und auch in Tirolnur unter bestimmten Voraussetzungen entnommen werden dürfen.“

Die Mahnung könnte verpufft oder zu spät gekommen sein. Vor allem aus der ÖVPmehrten sich die Rufe nach Abschuss von Wolf und Bär. Grundtenor: Für die Raubtiere sei kein Platz in Tirol.

Wien ist anders

Während der Wolf in Tirol oder Salzburgein „hoch emotionales Thema“ sei, sei das Raubtier in Wien „fast schon vergessen“, sagt Forstdirektor Andreas Januskovecz. In den vergangenen Monaten seien keine Meldungen mehr eingegangen. Und angebliche Sichtungen hätten sich nicht verifizieren lassen. „Wahrscheinlich verwechseln die meisten Wolf und Hund“, meint der Chef des Wiener Forstbetriebs.

Den intensiven Einsatz von Wildkameras schließt Januskovecz in den Wäldern der Stadt Wien jedenfalls aus. Zum einen aus Datenschutzgründen. Und zum anderen, weil die meist unscharfen Aufnahmen die Mythenbildung eher fördern würden.

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orf.at vom 26.07.2019

Abschussantrag für Wolf und Bär abgelehnt

Die Behörde lehnt den Antrag der Landwirtschaftskammer auf Entnahme – also auf Abschuss – von Wolf oder Bär ab. Es gebe derzeit keine fachlichen Voraussetzungen dafür, hieß es am Freitag vonseiten des Landes.

Am Mittwoch wurde bestätigt, dass gerissene Schafe im Gemeindegebiet von Oberperfuss (Bezirk Innsbruck-Land) von einem Wolf getötet wurden. Praktisch gleichzeitig mit dieser Bestätigung hatte die Bezirks-Landwirtschaftskammer den Antrag auf Entnahme eingebracht. Das Land hatte umgehend angekündigt, dass es einen sehr engen rechtlichen Rahmen für einen Abschuss von Wolf oder Bär gebe, weil die Tiere geschützt sind.

Keine Hinweise seit Fund von Schafskadavern

Wie Klaus Wallnöfer, Leiter der Abteilung Jagd beim Land Tirol, gegenüber ORF Tirol erklärte, hätten die aufgestellten Wildkameras in den vergangenen Tagen keinen Hinweis auf einen Beutegreifer in dem Gebiet gebracht. Dementsprechend gebe es auch keine akute Gefährdung, die einen Abschuss rechtfertigen könnte. Bei neuen Sichtungen und Hinweisen werde die Lage laufend neu geprüft, so Wallnöfer.

Die Behörde muss bei Funden von Tierkadavern mehrere Punkte prüfen. Bei Nutztieren wie Schafen ist zu klären, ob sie von einem Beutegreifer wie Wolf oder Bär getötet wurden oder ob es zumindest einen Verdacht darauf gibt. In diesen Fällen ist zu prüfen, ob den betroffenen Bauern eine Entschädigung zusteht. Gleichzeitig ist aber auch zu überprüfen, ob von Wolf oder Bär konkrete Gefahren ausgehen oder sogar Menschen gefährdet sind. Das wäre der Fall, wenn sich ein Wolf oder ein Bär wiederholt in der Nähe von Häusern aufhalten würde.

Landwirtschaftskammer kritisiert „Untätigkeit“

Die Tiroler Landwirtschaftskammer kritisierte am Freitag neuerlich, dass die Bauern mit ihren Sorgen im Zusammenhang mit den Beutegreifern alleine gelassen würden. LK-Präsident Josef Hechenberger erklärte, dass Bären und Wölfe künftig sicher häufiger in Tirol auftauchen würden. Aus seiner Sicht sei ein Nebeneinander von traditioneller Almwirtschaft und Beutegreifern nicht möglich. Die Bauernvertreter stellen deshalb den Schutzstatus von Wolf und Bär infrage.

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kurier.at vom 24.07.2019

Nun soll auch in Tirol die Jagd auf einen Wolf eröffnet werden

Ein in Tirol vermeintlich umgehender Bär hat sich nach einer DNA-Analyse als Wolf entpuppt. Bauern haben den Abschuss beantragt.

Meldungen von 20 toten Schafen auf Almen zwischen dem Tiroler Inntal und dem Sellraintal (Bezirk Innsbruck Land) haben die Bauern alarmiert. Denn etwa die Hälfte der Tiere wies Rissspuren auf. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass ein Bärin dem Gebiet umgeht. Der hat sich nun als Wolf entpuppt.

Wie das Land am Mittwoch mitteilte, sind nämlich erste DNA-Analysen eingelangt. „Bei den vier toten Schafen, die im Gemeindegebiet von Oberperfuss untersucht wurden, konnte ein Wolf nachgewiesen werden. Das zeigen die ersten genetischen Untersuchungen“, erklärte Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer.

Noch ausständig sind die Ergebnisse der weiteren DNA-Proben von gerissenen Tieren auf der Inzinger und der Flaurlinger Alm. Diese werden in ein bis zwei Wochen vorliegen. 

"Entnahme eines Beutegreifers"

Bauernvertreter wollen auf das Raubtier aber in jedem Fall die Jagd eröffnen. Die Bezirkslandwirtschaftskammer hat bei der Bezirkshauptmannschaft einen Antrag auf "Entnahme eines großen Beutegreifers" gestellt, heißt es von Seiten des Landes. "Entnahme heißt Abschuss. Das ist der Wunsch", hieß es dazu im Büro von Agrar-Landesrat Josef Geisler (ÖVP).

In Salzburg wurde, wie berichtet, zuletzt ebenfalls ein Antrag auf den Abschuss eines Wolfes gestellt.


Das Verständnis für die Ängste und die Vorgehensweise der Tiroler Bauern sei da, erklärte eine Sprecherin von Geislergegenüber dem KURIER. "Aber das entbindet uns nicht vom Rechtsrahmen." Das Tiroler Jagdgesetz bietet zwar die Möglichkeit zur "Entnahme" von Problem-Raubtieren. Die großen Beutegreifer wie Wolf und Bär sind aber auch streng geschützt.

Am Mittwoch gab es auch die Bestätigung für Bärenrisse im Juni. Bei drei getöteten Schafen im Pitztal sowie einem Rotwildkadaver im Außerfern wurde jeweils ein Bär als Verursacher genetisch nachgewiesen. Ob es sich in beiden Fällen um denselben Bären handelt, ist aus dem Untersuchungsergebnis nicht abzulesen.

In der Nähe des Wildrisses im Außerfern im Juni ist damals ein Bär in eine Fotofalle getappt. 

Der Wolf, der im Bereich des Sellraintals unterwegs war, wurde hingegen bislang weder gesichtet, noch fotografiert. Für ihn wie auch den oder die Bären gilt für Janovsky: "Es sind sehr scheue Tiere, die Menschen meiden." Für die Bevölkerung, deren Sicherheit an oberster Stelle stehe, bestünde kein Grund zur Sorge.

Dem Behördenverfahren zum Antrag auf Abschuss des Wolfes will der Beauftragte des Landes für große Beutegreifer nicht vorgreifen. Der österreichische Managementplan sehe aber vor, dass ein Wolf nur "als ultmia ratio abgeschossen werden kann. Das Thema Entnahmekommt erst dann, wenn ordnungsgemäß geschützte Tiere gerissen werden." Also wenn ein Wolf etwa Zäune überwindet.

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vgt.at vom 15.07.2019

Burgenland: ausgesetzte Zuchtenten aus Jagdrevier an der Leitha nach Ungarn getrieben

20 Tierschützer_innen begleiten Enten nach Ungarn, Jagdhelfer werden gewalttätig – Anzeige; Polizei erklärt, dass die Tierschutzaktion nicht strafrechtlich relevant war.



Der Konflikt um die ausgesetzten Zuchtenten im Nordburgenland im Flusssystem der Leitha gärt schon seit einigen Jahren. Dort werden jeden Juli tausende Zuchtenten aus Massentierhaltung am Flussufer, anfänglich in temporär errichteten Gehegen, ausgesetzt und im Oktober vollständig abgeschossen. Dazwischen bringen Jagdhelfer Tonnen von Futter jede Woche aus, um die Tiere an das Jagdrevier zu binden. Zusätzlich werden sämtliche Beutegreifer wie Fuchs, Marder, Iltis und Wiesel verfolgt und getötet, damit möglichst viele der hilflosen und flugunfähigen Entenkinder bis zum Abschusstag überleben. Gestern Sonntag den 14. Juli erschienen etwa 20 Tierschützer_innen an der Leitha und begleiteten ca. 500 der Enten in die Freiheit nach Ungarn. Knapp vor der Grenze wurden sie von den Jagdhelfern des Reviers entdeckt und attackiert.

Einer der Jagdhelfer sprang in den Fluss und stieß einen Tierschützer zweimal im Wasser zu Boden. Ein anderer Gewalttäter versuchte einem Tierschützer die Kamera zu entwinden. Beide Angreifer bedrohten auch andere Aktivist_innen. Sämtliche Vorfälle wurden filmisch dokumentiert und werden nun bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Die Polizei erschien zwar, erklärte aber, dass die Tierschützer_innen in ihren Augen nichts strafrechtlich Relevantes getan haben, und ließ sie gegen den Willen des Jagdaufsichtsorgans unbehelligt abziehen. Die 500 Enten sind mittlerweile in den ungarischen Auwäldern im Dickicht verschwunden und damit hoffentlich vor den Schrotkugeln der Jäger_innen auf österreichischer Seite sicher.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Tausende Tiere werden auf dem Grund und Boden der Republik Österreich ohne jede Genehmigung und klar gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung ausgesetzt, nur um abgeschossen zu werden. Stockenten sind nicht selten, das Aussetzen dient ausschließlich dem Jagdspaß. Selbst der Bürgermeister hat sich klar dagegen ausgesprochen. Das Wasser ist vergiftet, die Landschaft verseucht. Nachdem niemand in der Behörde diesen Missstand beheben wollte, griffen die Tierschützer_innen nun selbst zur Tat und brachten die Zuchtenten kurzerhand nach Ungarn in Sicherheit. Zumindest 500 von ihnen. Dort können sie sich hoffentlich dem Zugriff der infantilen Zuchtentenjägerschaft aus Österreich entziehen.

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kurier.at vom 13.07.2019

Bis zu 45 tote Schafe: Salzburg will Jagd auf „Problemwolf“ machen

Der Wolfsbeauftragte des Landes wird die Entnahme des Raubtieres bei der BH beantragen

Wolfsrisse sorgen in der heimischen Bauernschaft immer wieder für hitzige Debatten. Die Rückkehr der Raubtiere, würde die Almwirtschaft gefährden, heißt es. Mehrfach wurden in der Vergangenheit bereits „wolfsfreie Zonen“ gefordert.

In Salzburg könnte nun bald Jagd auf eines der streng geschützten Tiere gemacht werden. Wie am Samstag vom Land mitgeteilt wurde, wird der Wolfsbeauftragte Hubert Stock in Absprache mit Landesrat Josef Schwaiger(ÖVP) Antrag auf Entnahme eines „Problemwolfs“ stellen.

DNA-Test von Riss im Mai

Der soll im Gebiet der Tofernalm in Großarlzahlreiche Schafe getötet haben. Ende Mai wurde bereits ein getötetes und ein verletztes Schaf in dem Gebiet gefunden. Eine DNA-Probe bestätigte, dass es sich um Wolfsrisse handelte. Seit Anfang Juli seien nun insgesamt 20 bis 25 weitere Schafe getötet worden, etwa 20 Tiere würden vermisst.

„Wir haben uns das Rissbild angesehen, die DNA-Test-Ergebnisse stehen bei den neuen Fällen noch aus. Wir gehen aber davon aus, dass es sich um Wolfsrissehandelt“, erklärte Stock, selbst Schafbauer.

Stock saß am Samstagnachmittag mit betroffenen Bauern zusammen, um die Zahl von gefundenen Kadavern genau zu eruieren. Alle noch lebenden Tiere wurden von den Landwirten inzwischen vorsorglich ins Tal gebracht. „Laut Managementplan des Landes sprechen wir ab 25 gerissenen Tieren innerhalb eines Monats von einem Problemwolf“, sagt Schwaiger. Das würde die Entnahmerechtfertigen.

Die Entscheidung liegt bei der Bezirkshauptmannschaft. Folgt sie dem Antrag, heißt das nicht unbedingt, dass das Raubtier geschossen wird. „Je nach Bescheid kann der Wolf vergrämt, betäubt oder geschossen werden kann“, erklärt Stock gegenüber dem KURIER.

Unklares Schicksal

Er räumte ein, dass die Beweislage schwierig werden könnte. Denn wie viele Tiere tatsächlich von einem Wolf gerissen wurde, steht vorerst nicht fest. „Wo diese sind, wissen wir nicht. In dieser Region gibt es auch Füchse, Kolkraben, Gänsegeier und andere Tiere, die so einen Kadaver innerhalb von Tagen fressen“, sagt Stock.

Klar ist, dass etwa die Hälfte der aufgetriebenen Schafe getötet oder abgängig ist. „Ich habe, vor allem im Sinne des Tierschutzes, die Reißleine gezogen und veranlasst, dass die Tiere von der Alm geholt werden. Innerhalb weniger Stunden haben wir sieben tote Schafe gefunden. Wir sprechen hier von insgesamt 700 Hektar, auf denen Pferde, Rinder und Schafe den Sommer verbringen“, wird Gerhard Huttegger, er ist Obmann der Tofernalm-Agrargemeinschaft, in der Aussendung des Landes zitiert.

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wildbeimwild.com vom 11.07.2019

Frankreich: Hobby-Jäger verlieren Arbeitsstelle nach Trophäenjagd

Es sollte ein Trophäenbild sein, das ihren Erfolg auf der Jagd zeigt, aber das Foto eines französischen Paares, welches sich neben einem von ihnen geschossenen Löwen zeigt, führte letztendlich zu ihrer Kündigung.

Die beiden Manager eines Supermarkts in L’Arbresle dans le Rhône, einer kleinen Stadt in Ostfrankreich bei Lyon, hatten an einer sogenannten Gatter-Jagd (Canned-Hunting) in Afrika teilgenommen, bei der auf Wildtiere geschossen wird, die in einem umzäunten Gelände gefangen sind.


Eine solche Jagd-Safari garantiert praktisch den Jagderfolg für dekadente Hobby-Jäger.

Löwen werden auf so genannten Canned Hunting-Farmen per Hand aufgezogen, um später keine natürliche Scheu vor dem Menschen und damit dem Hobby-Jäger zu haben. Auf vielen Farmen werden die Tiere sogar mit Ködern gelockt oder medikamentös ruhig gestellt, um den Jagderfolg auch für ungeübte Schützen zu ermöglichen. Denn auf Löwenjagd darf zum Beispiel in Südafrika prinzipiell jeder gehen. Ein Jagdschein oder ein Nachweis für Jagderfahrung sind in den meisten Fällen nicht nötig.

Gatterjagd ist ein Hobby für die wohlhabende Minderheit, denn ein Abschuss kann über 50’000 Franken kosten. Die Kosten richten sich dabei nach Geschlecht und körperlichen Zustandes des Tieres. Je stattlicher ein Löwe, desto tiefer müssen die Dekadenten für die Trophäen in die Tasche greifen.

Als sich jedoch in den sozialen Medien Bilder verbreiteten, die das Paar Alboud neben den Kadavern eines Löwen, eines Nilpferds, eines Zebras, eines Alligators und eines Leoparden zeigten, löste dies eine heftige nationale Reaktion der Empörung in Frankreich aus.

Trophäenjagd

Angesichts des enormen Druckes und der Forderung, den von ihnen betriebenen Supermarkt zu boykottieren, entschlossen sich die beiden dekadenten Hobby-Jäger “mit sofortiger Wirkung” zurückzutreten, teilte der Supermarkt am Dienstag mit.

Diese Bilder stehen im Widerspruch zu den Werten und Verpflichtungen der Supermarktkette. Wir verurteilen sie nachdrücklich, obwohl sie sich auf private Aktivitäten der Manager beziehen“, heisst es in einer Erklärung.

“In Anbetracht der Verurteilung, die durch diese Aktivitäten in der Genossenschaft und der berechtigten Aufregung in der Öffentlichkeit hervorgerufen wurde, haben die Manager des Geschäfts beschlossen, die Kette und ihr Geschäft sofort in L’Arbresle zu verlassen.”

Kopien der belastenden Fotos wurden von “30 Millions d’Amis” veröffentlicht, einer französischen Tierschutzorganisation, deren Name “30 Millionen Freunde” bedeutet.

Das Unternehmen versprach, neue Manager einzustellen, und kündigte an, dass der Supermarkt am Donnerstag wiedereröffnet werde.

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kurier.at vom 25.06.2019

Mörder erschoss sich vor den Augen der Polizei

Mann tötete Frau. Der Tat in Matzen im Bezirk Gänserndorf ging laut Polizei ein heftiger Streit voraus.

In Matzen im niederösterreichischen Bezirk Gänserndorf hat am Montagabend ein 79-Jähriger seine gleichaltrige Ehefrau und sich selbst erschossen. Der Tat war laut Polizeisprecher Johann Baumschlager eine verbale Auseinandersetzung vorangegangen. Die Ermittlungen dauerten am Dienstag an.

Baumschlager zufolge hatte der 79-Jährige seine Frau gegen 21.30 Uhr vor dem gemeinsamen Wohnhaus mit einer Faustfeuerwaffe erschossen. Der ehemalige Jäger besaß einige Waffen. Unter anderem auch einen Revolver vom Kaliber .357 Magnum. Während eines Streits im Wohnhaus dürfte Hermann S. plötzlich die Waffe gezogen und sie auf seine Frau Anna gerichtet haben.

Flucht zu den Nachbarn

Die Pensionistin versuchte, aus dem Haus zu Nachbarn zu flüchten. In der Einfahrt holte sie der 79-Jährige allerdings ein und schoss auf sie. Danach ging er zurück in das Wohnhaus und verständigte die Polizei.

Zur gleichen Zeit wählten auch Nachbarn den Notruf. Nachdem Polizeibeamte eingetroffen waren, forderten die Uniformierten den Tatverdächtigen auf, sich zu ergeben. "Es war eine brenzlige Situation. Der 79-Jährige ist mit der Waffe in der Hand aus dem Haus gekommen. Er wurde mehrmals aufgefordert den Revolver abzulegen. Das tat er aber nicht", so Baumschlager. Als die Beamten zugreifen wollten, um die Situation zu entschärfen, richtete der Mann die Waffe gegen sich selbst und verübte Suizid.

Alkohol könnte Auslöser gewesen sein

Eine Nachbarin des Ehepaars, welche eine gute Freundin der getöteten Pensionistin ist, sprach mit dem KURIER nur wenige Meter entfernt vom Tatort. So soll der Ehemann laut Nachbarin ein Alkoholproblem gehabt haben: "Wenn er nüchtern war, dann war er der liebste Mensch. Er ging in die Kirche und war hilfsbereit. Aber wenn er getrunken hatte, war das alles ganz anders."

So soll S. vor allem in den vergangenen Tagen viel getrunken haben. Das hat schon vor Montagabend zu Streitigkeiten geführt. "Seine Frau hat nie etwas gesagt und hat alles heruntergeschluckt. Jetzt dürfte sie wohl einmal etwas gesagt haben", erzählt die bedrückte Nachbarin. Gerechnet hat sie mit so einer Tat aber nicht.

Bürgermeisterin Claudia Weber möchte zu der Tat in ihrem Ort nicht viel sagen. Sie kannte die Familie persönlich und ist schwer betroffen: "Meine Anteilnahme gilt aber natürlich den Angehörigen."

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orf.at vom 16.06.2019

Jäger trifft Autos statt Wildschweinen

Ein Jäger soll am Samstagabend bei der Schulz Hütt’n in Altlengbach (Bezirk St. Pölten) vier Schüsse abgegeben und dabei etwa 150 Menschen gefährdet haben. Laut Polizei gab der Mann an, auf zwei Wildschweine geschossen zu haben. Getroffen hat er zwei Autos.

Zu den Schüssen ist es gegen 17.50 Uhr neben dem Parkplatz der Ausflugshütte gekommen. „Die Schüsse wurden von einem Feld abgegeben, dort wurden die Hülsen gefunden“, bestätigte Polizeisprecher Heinz Holub gegenüber noe.ORF.at. Zwischen diesem Feld und den getroffenen Autos befindet sich eine Wiese, auf der sich zum Zeitpunkt der Schussabgabe etwa 150 Menschen befanden, darunter auch Kinder. „Es war großes Glück, dass hier niemand zu Schaden gekommen ist“, sagte Holub.

Beim mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 52-jährigen Jäger. Er dürfte in Summe vier Schüsse aus einer Bockbüchsflinte abgegeben haben. Zwei auf dem Parkplatz abgestellte Fahrzeuge wurden beschädigt. Der Alkoholtest war positiv. Der Jäger selbst gab laut Holub an, den Alkohol erst nach der Schussabgabe konsumiert zu haben.

Waffenschein abgenommen

Der Beschuldigte zeigte sich geständig und gab an, auf zwei Wildschweine geschossen zu haben. Die Polizisten sprachen ein vorläufiges Waffenverbot aus und nahmen dem Mann Waffenbesitzkarte sowie Waffenpass ab. Die Schusswaffe wurde sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ordnete eine Anzeige auf freiem Fuß an.

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oe24.at vom 13.06.2019

Pferd in Klagenfurt vermutlich von Projektil getroffen

Ein auf einer Koppel stehendes Pferd soll durch ein Projektil ums Leben gekommen sein.

Klagenfurt. Zu Beginn der Woche soll ein Pferd auf einer Koppel in Klagenfurt vermutlich von einem Projektil getroffen worden sein. Laut Polizei wurde das Tier im Bereich des hinteren Laufes so schwer verletzt, dass es verendete. Die Pferdekoppel soll in der Nähe eines Jagd-Hochstandes liegen.

Momentan läuft eine veterinärmedizinische Untersuchung, um abzuklären, ob das Tier tatsächlich durch einen vermutlichen Querschläger ums Leben kam.

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orf.at vom 22.5.2019

Hochrangiger Polizist soll Frau geohrfeigt haben

Ein hochrangiger Kärntner Polizist soll im März in einem Wald mit einer Frau wegen ihrer laufenden Hunde in Streit geraten sein. Dabei soll der Polizist sie geohrfeigt haben. Er bestreitet die Vorwürfe und versieht weiter seinen Dienst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Frau war mit zwei frei laufenden Hunden unterwegs, der Polizist, der auch Jäger ist, mit einem. Der Mann wollte, dass die Frau ihre Hunde anleint. Die Frau soll gemeint haben, das werde sie tun, wenn er auch seinen Hund an die Leine nimmt. Es kam zu einer Auseinandersetzung, im Zuge derer der Mann der Frau eine Ohrfeige versetzt haben soll - was er bestreitet. Sie erstattete Anzeige.

Die Polizei sei immer dem Gesetz verpflichtet, daher gebe es keine Unterschiede in Ermittlungen, egal ob sie sich gegen einen Privatmann oder gegen einen Kollegen richten, heißt es aus der Landespolizeidirektion zu dem brisanten Fall. Die Frau habe auf dem Oberkärntner Polizeiposten zuerst lediglich von einem Jäger gesprochen, der ihr eine Ohrfeige versetzt habe. Als ihr Fotos der örtlichen Jäger vorgelegt wurden, habe sie den hochrangigen Polizisten erkannt. Um Befangenheit zu vermeiden, sei das Landeskriminalamt mit den Ermittlungen beauftragt worden, sagte Polizeisprecher Rainer Dionisio.

Aktuell noch keine Suspendierung

Für die Frau und ihren Anwalt Alexander Todor Kostic besteht trotzdem zumindest eine schiefe Optik. Grund ist ein Foto, das vor kurzem in einer Zeitung abgebildet war, sagte der Anwalt. Ein Mann auf dem Foto sei der Verdächtige, der andere der Leiter des Ermittlungsteams. Todor Kostic stellte daraufhin einen Antrag an die Oberstaatsanwaltschaft Graz, die Ermittlungen aus Kärnten abzuziehen, „weil es nicht sein kann, dass Personen, die mit dem Verdächtigen per du sind und von der selben Polizeibehörde stammen, den Sachverhalt objektiv aufklären können. Das stellen wir in Zweifel.“

Im Zweifel, sagte Kostic, sollte der verdächtige Polizeibeamte außer Dienst gestellt werden. Es gebe aktuell keine Suspendierung, sagte Polizeisprecher Rainer Dionisio. Das Landeskriminalamt ermittle unparteilich.

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vol.at vom 10.05.2019

Vorarlberg: Umstrittene Treibjagd auf trächtige Tiere hat Folgen

Bregenz/Fontanella - Nach einer umstrittenen Treibjagd in Fontanella (Bezirk Bludenz) sollen zwei der Beteiligten aus der Vorarlberger Jägerschaft ausgeschlossen werden. Die Verfahren gegen zwei Mitglieder, einen Vorarlberger und einen Schweizer, stünden vor dem Abschluss, bestätigte Gernot Heigl, Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft, einen Bericht von ORF Radio Vorarlberg.

Am 30. März soll der damalige Pächter in einem Revier, das zum 1. April neu verpachtet wurde, mit rund zehn aus der Schweiz und Vorarlberg stammenden Helfern bei hohem Schnee eine Treibjagd mit Hunden veranstaltet haben. Dabei sollen Wildtiere in der ohnehin schwierigen Winterzeit unnötig beunruhigt und etwa acht Stück Gams-, Rot- und Rehwild zur Strecke gebracht worden sein. Einige davon waren offenbar trächtig.

Die Vorarlberger Jägerschaft hatte das Vorgehen scharf verurteilt. Der respektvolle Umgang mit der Kreatur sei oberste Prämisse, dieser Grundsatz sei besonders in Hinblick auf den Muttertierschutz "aufs Gröbste verletzt" worden. Eine Treibjagd auf hochträchtige Tiere sei "moralisch höchst verwerflich", so Landesjägermeister Christof Germann bei Bekanntwerden des Falls. Er kündigte Ausschlussverfahren gegen beteiligte Mitglieder der Vorarlberger Jägerschaft an.

Der Ausschluss-Beschluss stehe nun unmittelbar bevor, so Geschäftsführer Gernot Heigl am Freitag im Vorfeld der Generalversammlung in Nenzing (Bezirk Bludenz). Dass der Pächter inzwischen ein neues Revier im Bezirk Bludenz gepachtet habe, bestätigte Heigl gegenüber der APA. Die Vorarlberger Jägerschaft sei aber - anders als in anderen Bundesländern - keine Körperschaft öffentlichen Rechts, sondern ein Verein, in dem auch nicht alle Jäger Vorarlbergs Mitglied seien. Daher liege die Entscheidung, ob die Jagdkarte der Beteiligten - eine Voraussetzung für die Pacht eines Reviers - eingezogen werde, bei der Bezirkshauptmannschaft, die den Fall ja bereits prüfe.

Gegen weitere Teilnehmer der Treibjagd prüfe zudem der Schweizer Jagdverband mögliche Konsequenzen. Auch bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz wird der Fall laut ORF weiter untersucht, noch lägen aber nicht die Stellungnahmen aller Beteiligten vor.

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orf.at vom 09.05.2019

Gänsegeier abgeschossen - Wilderei vermutet

Ein Gänsegeier ist am Mittwoch in St. Gallenkirch im Montafon von einem Unbekannten abgeschossen worden. Experten vermuten Wilderei. Gänsegeier sind streng geschützt.

Der Gänsegeier wurde laut Polizei kurz nach 8.00 Uhr mit einem Gewehrschuss getötet. Nach Angaben von Jagdaufseher Hermann Mattle wurde dem Vogel in den Rücken geschossen, während er vermutlich gesessen ist. Der Geier düfte sich nach dem Schuss noch in die Luft erhoben haben und dann in seinem Todeskampf auf dem Dach aufgeschlagen sein.


Zeugen werden gesucht

Beim Sturz auf das Hausdach wurden die Dachziegel stark beschädigt. Im Eternitdach ist ein rund 80 Zentimeter großes Loch entstanden. Das Tier hat eine Spannweite von fast 2,70 Meter und ein Gewicht von 9,34 Kilogramm.

Das getötete Tier dürfte einem Wilderer zum Opfer gefallen sein, vermutet Mattle, zuständig für den Jagdschutz in St. Gallenkirch. Der Schütze ist bisher unbekannt, die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden (Polizei Gaschurn, Tel: 059/1338103).

Streng geschützt

Geier sind strengstens geschützt und dürfen auf keinen Fall geschossen werden. Nach Angaben des Wildbiologen Hubert Schatz genießen die Gänsegeier nicht nur in Vorarlberg, sondern europaweit über die Vogelschutzrichtlinie absoluten Schutz. Denn die Tiere sind sehr nützlich. Rund 50 ihrer Art wurden vergangenen Sommer in Vorarlberg gezählt.

Stolze Tiere

„Keine Ahnung, was einen Menschen bewegt, so ein stolzes Tier zu töten,“ sagt Schatz. Der Kadaver des Tieres wurde bereits nach Innsbruck gebracht. Dort soll geklärt werden, ob tatsächlich die Schussverletzung zum Tod des Gänsegeiers geführt hat.

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Beitrag in der ORF TV-Thek


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orf.at vom 08.05.2019

Keine Wildfütterung - Ergebnis überrascht

Es ist ein jahrzehntelanger Streit, ob man Wildtiere im Winter füttern soll oder nicht. Ein Waldbesitzer hörte vor sieben Jahren mit dem Füttern auf. Das Experiment wurde wissenschaftlich begleitet und ergab Überraschungen: Nicht mehr tote Tiere, aber Schälschäden wurden weniger.

Die Meinungen zum Thema Füttern gehen weit auseinander. Der Tierschutz will keine verhungernden Tiere in starken Wintern, Jäger und Forstwirte streiten darum, was dem Baumbestand schadet. Das Forstgut Foscari startete ein Experiment, das von dem Wildökologen Horst Leitner begleitet wurde. Das Gut ist 10.000 Hektar groß, das Revier reicht vom Drautal 30 Kilometer Richtung Westen, etwa von Feistritz bis zum Weißensee. Schon vor zehn Jahren wurde überlegt, die zusätzliche Fütterung von Rotwild im Winter einzustellen.

Vorbild war Italien

Forstdirektor Martin Straubinger sagte dazu, nach dem Zweiten Weltkrieg sei das Rotwild gehegt worden, in einem bis eineinhalb Jahrzehnten seien die Bestände stark angestiegen. Die Eigentümerfamilie Foscari kommt aus Italien, wo kaum Rotwild gefüttert werde. Trotzdem hätten sich die Bestände massiv ausgeweitet, so Straubinger.

Dann kam Wildökologe Leitner ins Spiel: „Ich habe gemeinsam mit dem Forstmeister die Idee geboren, dass es Sinn machen würde, das Projekt genau zu monitoren, zu schauen, wie das Wild auf die Fütterungsauflösung reagiert und wie es mit dem Wald ausschaut.“ Zuerst wurden Wald und Wildbestand untersucht, 2012 wurde mit der Fütterung aufgehört. Die vier großen Holzfutterstellen stehen noch, blieben aber leer.

Schälschäden zurückgegangen

Laut Leitner habe man drei Fallen gebaut, Rotwild gefangen und mit Sendern versehen, die die Daten über die Bewegungsmuster in Leitners Büro übermitteln. Fünf Jahre, fünf Winter lang wurde das Wild genau beobachtet. Forstdirektor Straubinger sagte, man habe ja nicht gewusst, wie das ausgehe, es sei nicht vorhersehbar gewesen. Andere Wildbiologen hätten das Schrecklichste prognostiziert. „Das ist alles nicht passiert.“ Die entscheidende Frage war für den Forstbetrieb, ob die Schälschäden an den Bäumen zunehmen würden. Denn die Stämme verlieren damit an Wert.

Das Ergebnis sei überraschend, so Straubinger. „Die Schälschäden in unseren Wäldern sind zurückgegangen. Die Konzentrierung der dominanten Art des Rotwilds um die Fütterungsstellen fällt weg, sie suchen sich andere Überwinterungsplätze.“ Die Tiere hätten dadurch auch weniger Stress und Kämpfe, wenn sie sich mehr verteilen. Stress führt dazu, dass sich niederrangige Tiere dann auch über die Bäume hermachen.

Wild suchte sich eigene Winterplätze

Horst Leitner verfolgt die 25 besenderten Tiere am Computer. Man kann die Wanderungen durch das Revier genau sehen, so Leitner: „Es war ja nicht absehbar, wie sich das Rotwild durch das Revier bewegen und verhalten wird. Entgegen der Befürchtungen hat das Rotwild rasch gelernt, dass kein Futter mehr bei den Fütterungen vorhanden ist. Die Fütterungsstadel sind noch da, das Wild hat zwar vorbeigeschaut, manche kennen auch mehrere Standorte. Sie sind aber dann weitergewandert, um zu überwintern.“

Sie hätten sich Plätze mit weniger Schnee und in Südlagen gesucht und seien auch im Altholz zu finden gewesen, so der Wildbiologe. Laut Leitner sind keine Tier abgewandert. Nachbarreviere hätten ebenfalls mit der Fütterung aufgehört, es waren insgesamt elf.

„Fütterung hinterfragen“

Man rechnet, dass es fünf bis sechs Stück Rotwild pro hundert Hektar Wald gibt. Diese Zahl sei seit der Untersuchung unverändert. Die Fallwildzahlen schwanken je nach Winter, so Leitner. Eindeutig gab es nicht mehr tote Tiere im Vergleich zu Gebieten, in denen gefüttert wurde. Man müsse sich auch in anderen Regionen fragen, was die Fütterung bewirken solle. Doch eins zu eins lasse sich das Experiment wohl nicht übertragen, so der Wildbiologe.

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wildbeimwild.com vom 17.04.2019

Hobby-Jäger erschießt Hund vom Nachbarn

Es gibt keine Verbände mit Rechtsstatus, deren Mitglieder dermaßen in der Kriminalität verwurzelt sind, wie die Hobby-Jäger in den Jagdgesellschaften.

Im November vergangenen Jahres bat ein Hundehalter im Bezirk Feldkirchen seinen Nachbarn – einen Hobby-Jäger – seinen Berner Sennenhund zu erschiessen. Der Waidmann soll das Tier auf dem Grundstück des Hundehalters an einem Baumstumpf angebunden und mit der Schrotflinte beschossen haben. Weil der Hund nach dem ersten Schuss nicht sofort verendete, musste er die Flinte erneut laden und das jaulende Tier erlösen. Spaziergänger wurden auf den Vorfall aufmerksam und erstatteten Anzeige.

Polizei deckt weitere Vergehen auf

Im Zuge der Ermittlungen der Polizei wegen Tierquälerei sollen dem Hobby-Jäger auch mehrere Übertretungen des Jagdgesetzes nachgewiesen worden sein. Darüber hinaus war der 67-Jährige zum Zeitpunkt der Abschüsse nicht im Besitz eines gültigen Jagderlaubnisscheines für das Jagdgebiet„, so die Polizei.

Anzeige eingegangen – Entscheidung steht aus

Ein Sprecher der Bezirkshauptmannschaft Kärnten bestätigte den Eingang einer entsprechenden Anzeige bei der Waffenbehörde. Man prüfe den Vorgang intensiv. Zum Fall selbst möchte die Behörde aus Datenschutzgründen vorerst keine weiteren Aussagen treffen.

Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Tierquälerei und Übertretungen nach dem Jagdgesetz. Ob dem Mann eventuell die Jagdberechtigung entzogen wird, entscheidet die Kärntner Jägerschaft. In Kärnten werden Jagdkarten vom Bezirksjägermeister ausgestellt. Die Jägerschaft übernimmt in Fragen, die die Jagdberechtigung betreffen, die Aufgaben einer Behörde.

Hund aus Bequemlichkeit „entsorgt“

Richter Pöllinger, selbst Hundefreund und Kenner, ja sogar Richter bei Hundebewerben: „Da wurde ein alter Hund einfach entsorgt – aus reiner Bequemlichkeit.“ Um Kosten für das Tierheim oder den Tierarzt zu sparen.
Zehn Jahre war „Bella“ ein treuer Hofhund. Umso teurer wird die Strafe: Herrchen wie Jäger müssen jeweils 3600 Euro bezahlen und bekommen auch noch sechs Monate bedingt wegen Tierquälerei aufgebrummt. Beide kamen ohne Anwalt – was wohl mit dazu beitrug, dass sie ein denkbar unglückliches Bild machten – und haben die Strafe trotzdem angenommen. Wir sind sowieso die Blöden“, sagt einer.

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noen.at vom 02.04.2019

Taskforce gegen Vogel-Vergifter

Vergiftungsfälle und Schussattacken: Niederösterreich ist trauriger Spitzenreiter bei Attacken gegen Greifvögel.

Seeadler, Rotmilane, Mäusebussarde: Sie alle wurden in den vergangenen Wochen in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach tot aufgefunden. Bei den meisten liegt der Verdacht auf Vergiftung nahe. Erst in der Vorwoche hat sich bei einem im Waldviertel im Jänner tot aufgefundenen Seeadler der Verdacht einer Carbofuran-Vergiftung bestätigt. Einem toten Mäusebussard, der bei Haringsee entdeckt wurde, fehlten die Fänge, ein weiteres Exemplar wurde bei Ottenthal abgeschossen. Der Wiener Tierschutzverein hat mittlerweile 3.000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Hotspot Weinviertel

Laut Vogelschutzorganisation „BirdLife“ ist Niederösterreich trauriger Spitzenreiter bei der Greifvogelverfolgung. Seit 2010 wurden rund 70 Greifvögel vergiftet und ebenso viele illegal abgeschossen. BirdLife geht von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Die meisten Tiere werden im Weinviertel getötet. Trauriger Tiefpunkt war Windisch-Baumgarten 2016 mit mehr als 30 toten Greifvögeln. In Großenzersdorf wurden in diesem Jahr bereits rund zehn Greifvögel und ebenso viele Säugetiere vergiftet. Allein zehn tote Rotmilane wurden in den letzten Jahren im Raum Zisterdorf gemeldet. Je ein Kaiseradler wurde 2016 bei Tulln und 2015 bei Zwingendorf vergiftet. 37 Rohrweihen wurden 2015 in Stronsdorf abgeschossen.

Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des Landesjagdverbandes, nennt den Gifteinsatz gegen Wildtiere „offenen Rechtsbruch, den der Verband auf das Schärfste verurteilt. Es widerspricht den Grundsätzen der Jagd und Weidgerechtigkeit“.

Das Täterprofil

Die Ausforschung ist laut Polizei oft schwierig. Die wenigen überführten Täter hatten aber laut BirdLife einen jagdlichen Hintergrund. „Es geht oft um ein veraltetes Naturverständnis, dass Greifvögeln und anderen Beutegreifern keinen Platz einräumt. Greifvögel werden für geringe Niederwilddichten verantwortlich gemacht, obwohl der Wandel der Landwirtschaft oder Straßenverkehr die Hauptgründe sind. Nicht zuletzt auch die Jagd selbst. Leider wird vonseiten mancher Jäger öffentlich Stimmung gegen Greifvögel gemacht“, sagt Matthias Schmidt, Greifvogelexperte von BirdLife. Dass die Beutegreifer Konkurrenten der Jäger wären, sei falsch. „Hasen machen nur einen geringen Teil der Nahrung von Mäusebussarden aus, trotzdem ist er das häufigste Opfer.“

Dass solche Taten unter dem Vorwand passieren, das Niederwild zu schützen, bestätigt Josef Friedl, Leiter des Bereichs Umweltkriminalität im Landeskriminalamt. Die Täter, sagt er, sind meist männlich und kennen die Gegend, in der sie wildern, „wie ihre Westentasche“.

Die Vorgehensweise

Meist werden Greifvögel mit Planzenschutzmitteln wie dem Insektizid „Carbofuran“ vergiftet. Die lilfarbenen oder farblosen Carbofuran-Kügelchen sind seit 2008 in Österreich verboten.

Auf eine derartige „vorsätzliche Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes“ stehen übrigens bis zu zwei Jahre Haft.

Taskforce als Gegenstrategie

Die Jägerschaft unterstützt bei Giftverdachtsmeldungen die Polizei, sei es durch die rasche Anzeige, bei der Beweissicherung oder mit Expertise. Aufgrund der Häufung der Vergiftungsfälle ist eine Taskforce von Jagdverband, Behörde und Polizei geplant, die Mitte April ihre Arbeit aufnehmen soll.

Seit 2003 engagieren sich die Umweltschutzorganisation WWF und der Landesjagdverband mit der Aktion „Vorsicht – Gift“ gegen das illegale Auslegen von Giftködern. Seither ist die Zahl an ausgelegten Ködern zurückgegangen. Scherhaufer: „Wir appellieren an die Jägerschaft und Spaziergänger, tote oder verletzte Tiere zu melden.“

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wildbeimwild.com vom 08.03.2019

Italien: 80 Jagdopfer in der Saison 2018/19

Über die Jagd in Italien gab es auch in der letzten Jagdsaison nur Schlechtes zu berichten, betrachtet man den Fakt, dass verschiedene Tierarten wegen der Jagd ausgestorben oder sehr stark dezimiert wurden. Oder, dass nicht heimische Tierarten von Jagdgesellschaften in die Natur eingeführt wurden und somit das ökologische Gleichgewicht gestört haben, welches schlussendlich auch dem Menschen selbst geschadet hat, zum Beispiel das Wildschwein.

Aber Jagd heisst in Italien auch Verletzung des privaten Grundbesitzes, dank eines veralteten Artikels 842 des Zivilgesetzes, welches die Jäger autorisiert, ohne jegliches Einverständnisses der Besitzer in fremdes Gut einzudringen. Und es ist auch ein Übergriff auf das unantastbare Stimmrecht, welches den Bürgern verbietet, dazu Stellung zu nehmen, wie das Beispiel der Region Piemont zeigt.

Die Jagd ist auch die einzige Sportart, welche Menschen verletzt und tötet. Wie jedes Jahr, hat der Verband der Jagdopfer, welcher seit dem Jahr 2007 aktiv ist, am Ende der Jagdsaison (1. September – 31. Januar) ein Dossier mit den Jagdwaffen-Opfern zusammengestellt.

Nachstehend die Daten der Unfälle in der Jagdsaison (2018/2019)

* Zivile Nichtjäger: Total 27 Opfer, davon 18 verletzt und 9 Tote
* Jäger: Total 53 Opfer, davon 41 verletzt und 12 Tote
* Total 80 Opfer, 59 Verletzte und 21 Tote.
* 2 Kinder wurden verletzt

Im Jagdgebiet gab es 13 Tote und 50 Verletzte (davon 2 Kinder), also 63 Opfer. Ausserhalb des Jagdgebietes gab es 8 Tote und 9 Verletzte, also 17 Opfer. Davon sind 7 Tote und 7 Verletzte keine Jäger, sondern Zivilpersonen.

Am meisten Jagdunfälle sind in der Region Kampanien im Südwesten von Italien mit 15 Opfern zu verbuchen. Gefolgt von der Friuli, Lazio und der Lombardei. Nicht bekannt ist die Anzahl der getöteten Haustiere und geschützten Wildtiere; darunter Wölfe, Bären und Greifvögel. Hinzu kommen gefährliche Schussabgaben unweit bewohnter Siedlungsgebiete und Tonnen von Bleirückstände der Jagdmunition auf dem Lande oder Jäger, welche auf Tiere schiessen, die von Waldbränden flüchten.

Das Verfassungsgericht in Piemont machte letztes Jahr zudem klar, dass der Jagd aus Umwelt- und Tierschutz-Gesichtspunkten kein positiver Wert zuerkannt werden kann.

Aber der Verband erinnert auch daran, dass, obwohl die Jäger immer weniger werden, sie immer noch von der Politik privilegiert werden, vor allem vom PD (partito democratico italiano) und der Lega.

Es ist eine alte Geschichte. Die Jäger haben Einfluss, aber auch die Waffenindustrie mit ihren Lobbyisten im Parlament und in den Regionen. Jäger und Waffenindustrie. Eine tödliche Mischung, welcher die Natur schädigt und Menschen tötet.

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ots.at vom 14.02.2019

Expert_innen auf VGT-Pressekonferenz: es gibt viel zu viele jagdliche Wildtierfütterungen

VGT kritisiert Instrumentalisierung des Tierschutzes durch die Jägerschaft: verheimlichte Kehrseite der Fütterung ist der Massenabschuss im Herbst und ein viel zu hoher Jagddruck

Wien (OTS) -
Anlässlich der breiten Diskussion zur Gatterjagd, die bundesweit in Verbote mündete, sah die Jägerschaft offenbar die Notwendigkeit, ihr Image aufzupolieren. Dazu nutzte sie den heftigen Schneefall im Jänner in Österreich und verkaufte ihre massiven Winterfütterungen als den besseren Tierschutz. Manche Tierschützer_innen fielen darauf herein. Dabei hat gerade die Problematik Jagdgatter gezeigt, was für Tiertragödien die Fütterungen mit sich bringen. Nicht nur, dass sich die durch die Fütterungen überhohen Bestände in den Gattern ihre eigene Lebensgrundlage, den Wald, völlig zerstören. Zwingend kommt es im Herbst dann zu den großen Massakern auf der Treibjagd. Und das ist der eigentliche Grund dieser Fütterungen, nicht der Tierschutz: um möglichst viele kapitale Trophäenträger zum Abschuss im Revier zu halten.

Der VGT versucht daher, mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen und lud für heute 3 anerkannte Expert_innen zu einer Pressekonferenz über die jagdlichen Fütterungen trophäentragender Wildtiere ins Cafe Landtmann:

Der ehemalige langjährige Jäger und Amtstierarzt, Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, erzählte von den Jagdausflügen mit seinem Vater aus seiner Kindheit, als noch nicht gefüttert wurde. Und dennoch haben die Rehe und Hirsche damals die viel schneereicheren Winter überlebt. Er warnte vor der Domestizierung der Wildtiere durch die Fütterungen und forderte, dass ab dem 21. Dezember jede Jagd zu ruhen habe. In anderen Ländern ohne Revierjagdsystem würde die Jagdzeit deutlich kürzer sein. In Österreich dagegen werde das ganz Jahr über gejagt.

Universitätslektor i.R. der Veterinärmedizin Dr. Hans Frey erinnerte daran, dass es früher neben Reh und Hirsch auch den Elch, zwei gewaltige Wildrinderarten und Wildpferde in unseren Breiten gegeben habe, und dennoch sei eine erhebliche Artenvielfalt an Bäumen und anderen Vegetationsformen möglich gewesen. Doch Flora und Fauna würden heute nur mehr auf wirtschaftlich und jagdlich nutzbare Arten reduziert. Der Rothirsch habe Kultstatus. Auch er selbst sei in jungen Jahren von der Jägerschaft unter Druck gesetzt worden, jagdkritische Erkenntnisse aus der Ökologie zu verschleiern, damit die Jagd auf große Trophäenträger ungestört fortgeführt werden kann.

Zuletzt sprach Wildbiologin Dr. Karoline Schmidt und bezeichnete die Fütterungen als Gift. Sie würden nicht nur zu einer Zerstörung des Waldes, sondern auch zu großen Nachteilen für die gefütterten Wildtiere selbst führen. Erstens steige mit der Populationsgröße der Jagddruck und natürlich die Anzahl der erschossenen Tiere, und zweitens würde man damit die Hirsche und Rehe in naturwidrige Verhaltensweisen drängen, wie Nachtaktivität, frühe Flucht vor dem Menschen und den Aufenthalt in ungeeigneten Biotopen. Hirsch und Reh seien gut an den Winter angepasst und könnten ihn auch ohne Fütterung überstehen, wenn die Populationsgrößen angepasst wären und die Tiere im Winter nicht durch die Jagd gestresst würden.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch will der Jägerschaft ihre Tierliebe nicht glauben: „Warum werden nur Hirsch und Reh, aber nicht z.B. Wildschwein oder Fuchs gefüttert? Alle Tiere haben im Winter größere Probleme, sich zu ernähren. Stattdessen werden Füchse ganzjährig geschossen. Und das völlig sinnlos, wie das Beispiel der Stadt Wien zeigt: da hat man auf 58.000 ha die Fuchsjagd völlig eingestellt, mit positiven Auswirkungen auf die Natur. Die rücksichtslose Fuchsjagd auch im Winter zeigt: die Fütterung von Reh und Hirsch dient bloß dem Trophäenkult, aber sicher nicht dem Tierschutz.

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umweltruf.de (Europaticker) vom 21.01.2019 (Europaticker)

Natur kennt keine Fütterung

Ökologischer Jagdverein Bayern (ÖJV) zum Fütterungsaktionismus für Wild in den Bayerischen Alpen

Ohne die Domestizierung von Nutztieren, wäre die Menschheit heute ja auch nicht da, wo sie ist. Das Auslesekriterium bzw. das züchterische Ziel war bei allen Nutz- und Haustierrassen in der Regel aber nicht, strenge Winter zu überstehen. Daher wären Nutztiere heutzutage in der freien Natur ohne Fütterung kaum mehr überlebensfähig. Hier ist die Fütterung absolut legitim und wird nicht in Frage gestellt.

Wildnis mit Fütterung?

Tiere in der Natur sind gegen solche Situationen bestens gewappnet. Wildtiere konnten sich durch Jahrtausende lange Evolution an strenge Winter anpassen. Sie haben ein dichtes Fell oder Federkleid, haben Fettreserven angelegt, von denen sie zehren, reduzieren ihren Stoffwechsel, lassen sich einschneien um Wärmeenergie zu sparen, äsen an den oft freien Südhängen … Das Ausgraben und Aufmüden eingeschneiter Wildtiere ist kontraproduktiv! Dass im Winter einzelne Individuen sterben ist nicht nur völlig natürlich, es ist sogar wichtig: Es dient der Gesunderhaltung der Gesamtpopulation, denn es trifft in erster Linie Tiere in schlechterer körperlicher Verfassung, meist junge und alte. Dieser natürliche Flaschenhals ist damit ein Teil der Evolution. Wie schon Charles Darwin vor 160 Jahren beschrieben hat, überleben in einem Wildtierbestand auch immer nur die stärksten und fittesten Individuen. Dies hat den Effekt, dass in jedem Fall auch in Zukunft eine gesunde, flexible und an die jeweiligen Lebensumstände angepasste Population erhalten bleibt.

Es verwundert, wenn Verbände, die sogar den Begriff „Wildnis“ in ihrem Namen tragen, solche grundlegenden Wesenszüge von Wildnis und Natur plötzlich negieren. Sie konterkarieren damit ihr eigenes Programm.

Welche Folgen hat das Füttern von Wild?

Durch die Fütterung von Wild entscheidet man sich für einen künstlichen Eintrag von Energie in den Naturhaushalt. Es wird dadurch die natürliche Kapazität eines Lebensraums stark verändert. Man kann künstlich mehr Wild halten, als es der Lebensraum überhaupt hergeben würde – so wie in einem Kuhstall. Damit arbeitet man aber gegen die Natur. Nach einem strengen Winter hätten durch die Fütterung dann mehr Individuen überlebt. Ist der Wildbestand ohnehin zu hoch, steigen natürlich die Schäden am Wald, die durch Verbeißen, Schälen, Schlagen entstehen. Da kann man durchaus mal eine Zwischenfrage stellen: Wem gehört die Natur, dass man sich herausnimmt, dies in Kauf zu nehmen?

Gibt es eine „Zwei-Klassen-Natur“?

Ist es Zufall, dass sich der „Hilferuf“ zur Fütterung von Wild immer nur auf jagdbare, trophäentragende Wildarten beschränkt? Konsequenterweise müssten ja sämtliche wildlebende Tiere, die keinen Winterschlaf oder Winterruhe halten, gefüttert werden.

Besonders, weil gerade die Beutegreifer, wie zum Beispiel das Raubwild oder die Greifvögel (auch die Eulen, die ja nicht dem Jagdrecht unterliegen und somit nicht zum „Wild“ zählen!) viel härter von hohen Schneelagen betroffen sind. Ihre Hauptbeutetiere, meist Nager, können sich sehr gut unter der Schneedecke verstecken und die Ausweichbeute, wie etwa Amphibien und Fische haben sich tief in den Boden verkrochen oder haben sich ins tiefere Gewässer zurückgezogen. Warum sollte ihnen nicht geholfen werden? Warum sollte der Rothirsch mit dem mächtigen Geweih am liebsten von der Bundeswehr mit Hilfslieferungen durch den Hubschrauber versorgt werden und der Fuchs oder der Habicht oder die Waldohreule nicht? Gibt es eine „Zwei-Klassen-Natur?“ Den einen hilft man, bei den anderen wird dann doch toleriert, dass sie im Zweifelsfall eingehen? Oder liegt der eigentliche Fütterungsgrund eher darin, dass man mehr trophäentragendes Wild im Revier halten und es an dieses binden will?

Sinnhaftigkeit oder Populismus?

Neben den Wintergattern bestehen ohnehin weitere Rotwildfütterungen im Bayerischen Alpenraum, die ja beschickt werden. Aber wo und wie füttert man das eingeschneite Rehwild, die Füchse, die Greife? Wirft man flächig kleine Heupakete ab? Was füttert man den Füchsen und Greifen? Und wie ist das mit der Gams? Füttern – nicht füttern? Kamen die Gamspopulation nicht in allen Hochschneelagen der letzten Jahrhunderte zurecht? Und wie kann es sein, dass das Rehwild, das vom früheren Staatsforst und von der BaySF seit Jahrzehnten nicht mehr gefüttert wird, immer noch im Bayrischen Alpenraum lebt oder der Nationalpark Bayerischer Wald außerhalb der Wintergatter trotz teils erheblicher Schneelagen seit Jahrzehnten nicht füttert? Sind die Fütterungsaufrufe per Bundeswehr etc. nicht eher populistische, sinnlose Hirngespinste, die allein schon an der konkreten Umsetzung scheitern?

Die Tiere in Ruhe lassen!

Was wildlebende Tiere in solchen Situationen brauchen ist Ruhe und nochmals Ruhe. Da sind Skitourengänger genauso gefragt wie Jäger, Natur- und Tierschützer. Und eingeschneite Tiere hochzumachen, Tiere in hohen Schneelagen aufzusuchen und ihnen ggf. noch zu folgen, um spektakuläre Bilder und Filme für die Medien zu machen, ist verwerflich.

Aus Sorge um das Fortbestehen der Tierarten Rotwild, Gams und Reh?

Die Streckenlisten der einzelnen Wildarten bestätigen seit Jahrzehnten, dass weder Gams noch Hirsch oder Reh an irgendeinem Abgrund steht. Die Abschusszahlen (die ein Indikator für eine Populationsgröße sind) sprechen für sich. Der Abschuss von Rotwild steigt seit 25 Jahren kontinuierlich auf aktuell über 12.000 Stück in Bayern. Es werden zudem in Bayern jährlich über 320.000 Rehe geschossen - langjährige Tendenz ebenfalls steigend. Und auch der Gamsabschuss ist in den letzten 10 Jahren konstant bei gut 4.000 Stück pro Jahr. Von einer Gefahr, dass in Bayern eine dieser Wildarten akut gefährdet ist, kann also keine Rede sein.

Strenge Winter gibt es seit je her und wird es immer wieder geben. Naturgemäß denkende Bürger, auch Jäger, Tier- und Naturschützer, sollte sich daher fragen:

- Würden die Tiere aus unserer natürlichen Umwelt ohne die Fütterung durch Menschen nicht mehr weiterbestehen oder sollte man hier der Natur vertrauen?

- Würden Tierarten aussterben, nur wegen eines strengen Winters?

- Droht nicht dem Bergwald die Gefahr, dass er durch zu hohe Schalenwilddichten einerseits überaltert und anderseits immer mehr entmischt wird und so seine für uns Menschen wichtigen Schutzfunktionen nicht mehr erfüllen kann?

Unsere derzeitige Situation überhöhter Wildbestände

Das aktuelle Forstliche Gutachten zeigt eindeutig: Gerade im Bergwald sieht die Situation vielerorts dramatisch aus. Der Verbiss ist gerade auch in Staatswaldrevieren deutlich gestiegen und die wichtigste Mischbaumart im Bergwald, die Tanne, ist in ihrem Erhaltungszustand akut gefährdet. Sie wird stark verbissen und in vielen Revieren nicht ausreichend in der nächsten Waldgeneration beteiligt sein. Da sich der Klimawandel besonders im Bergwald massiv auswirken wird, ist dies fatal, denn die übrigen Baumarten, wie etwa Fichte oder auch die Buche bekommen zunehmend Probleme. Wenn man also helfen will, dann der Tanne. Sie kann man zwar nicht füttern, was sie aber dringend braucht, sind angepasste Wildbestände.

Das Forstliche Gutachten zeigt auch auf, dass die Wildschäden im Wald bayernweit in jedem zweiten Revier zu hoch oder deutlich zu hoch sind. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn sich mittlerweile auch immer mehr Waldbauern die Frage stellen, ob es bei uns in Bayern überhaupt einen sinnvollen Grund für eine Fütterung von Schalenwild gibt. - Um damit den Wildbestand zu Lasten des Waldes künstlich hoch zu halten?

Fazit

Der ÖJV Bayern plädiert dafür, über die ohnehin bestehenden Fütterungseinrichtungen hinaus keinen weiteren Fütterungsaktionismus zu veranstalten, sondern „Natur Natur sein zu lassen“, „Wild wild sein zu lassen“ und darauf zu vertrauen, dass sich die Natur selber zu helfen weiß.

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tt.com vom 15.01.2019

Kroatischer Geistlicher schoss anderen Jäger an

Zagreb (APA/AFP) - Bei einer Wildschweinjagd hat ein kroatischer Bischof daneben geschossen und einen 64-jährigen Mann schwer verletzt. Das Unglück habe sich am Freitag während eines organisierten Jagdausflugs im Osten des Landes ereignet, berichtete die Zeitung „Vecernji List“ am Dienstag. Der Geistliche habe mit seinem Gewehr das Ziel verfehlt und stattdessen einem anderen Jäger in den Oberschenkel geschossen.

Gegen den 58-jährigen Schützen, der eigentlich einen Keiler habe treffen wollen, werde ein Strafverfahren eingeleitet, berichtete die Polizei. Das Opfer sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus in Zagreb gebracht worden, der Mann sei aber nicht in Lebensgefahr.

Die Diözese veröffentlichte eine Erklärung zu dem Vorfall. Darin hieß es, der Bischof bringe „sein tiefes Bedauern über das, was passiert ist, zum Ausdruck und wünscht dem verletzten Jäger eine schnelle Genesung“. Aus Kirchenkreisen hieß es: „Das ist etwas Ungewöhnliches und so etwas ist in der jüngsten Geschichte unserer Kirche noch nie passiert.“

Örtlichen Medien zufolge ist der Bischof als eifriger Jäger bekannt. In Online-Netzwerken erntete der katholische Geistliche wegen des folgenreichen Fehlschusses zumeist Kritik. „Das passiert, wenn Priester ein Gewehr halten, statt am Altar zu bleiben... Amen!“, schrieb eine Frau auf Facebook. Ein Mann wetterte: „Was tut ein Bischof bei der Jagd? Gottes Geschöpfe töten? Ist das nicht gegen seinen Dienst und den Glauben, den er predigt?“

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tagesschau.de vom 03.01.2019

Südafrika will umstrittene Löwenzucht für die Jagd verbieten

Das südafrikanische Parlament will die Löwenzucht zum Zwecke der Jagd verbieten.

Im Bericht der ARD-Sendung „Tagesthemen“ geht es um die Praxis, dass Hobbyschützen oft auf fast handzahme Tiere schießen – und die werden auf „Löwenfarmen“ eigens für die Jagd gezüchtet. Es gibt dem Bericht zufolge rund 200 Farmen in Südafrika. Die Züchter bezeichnen ihr Geschäft als lukrativ, auch weil sie Knochen und Fleisch ins Ausland weiterverkaufen können: „Nichts bringt mehr ein als ein Löwe.“

Doch mit der Zucht und dem Knochenhandel soll jetzt Schluss sein: Das Parlament forderte die Regierung in Pretoria auf, beides zu unterbinden. Der Parlamentarische Ausschuss für Umweltfragen verweist darauf, dass die Praxis nichts mit Tierschutz zu tun habe. Die Öffentlichkeit sehe die industrielle Löwenzucht als unmoralisch an.

Es ist noch offen, ob die Regierung mitmacht. Jäger, Züchter und Reservatbetreiber wollen ein mögliches Verbot der Löwenzucht anfechten.

Die Züchter halten dagegen: Wenn man die Zucht einstellen würde, holten sich viele Jäger stattdessen wilde Löwen. Wenn man züchte, gebe es wenigstens keine Wilderei.

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