| Jägerlügen
- und die Wahrheit über die Jagd
Jägerlüge
Nr. 1 "Die
Jäger sind aktive Natur- und Tierschützer"
Wie können sich
Jäger widerspruchsfrei als Tierschützer bezeichnen, wenn sie Tiere
töten? Das Argument des aktiven Tierschutzes wird von der Jägerschaft
nur dafür verwendet, um ihre Lust am Töten irgendwie zu
rechtfertigen.
Wer tötet kann nicht schützen.
Jägerlüge
Nr. 2 "Wildtiere
verursachen Schäden am Wald und an den Kulturflächen der Bauern"
Jagd provoziert ganz im Gegenteil vielfach
Wildschäden. Durch die Jagd werden die Tiere unnötig aufgescheucht, was
ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht. Das
verbreitete Argument, Wildtiere verursachten erhebliche Schäden, dient
nur als Vorwand der Jäger, längere Jagdzeiten oder höhere
Abschussquoten durchzusetzen. Oft sind die von Jägern verursachten
Personen- und Sachschäden höher als der landwirtschaftliche Schaden
durch Wildtiere (Quelle: Mathieu Roger, 1987).
Wie das Standardwerk "Vom Widersinn der Jagd" des Zoologen Carlo
Consiglio von der Universität Rom nachweist, sind Verbissschäden in den
meisten Fällen minimal und betreffen meist deutlich weniger als 2% an
Pflanzen bzw. des Holzertrages. Außerdem können Schonungen und
Jungwaldanpflanzungen z. B. durch Schutzzäune oder Netze vor Verbiss
geschützt werden.
Jägerlüge
Nr. 3
"Wenn nicht gejagt wird gibt es zu viele Tiere"
Durch
die Jagd fühlen sich die Tiere in ihrer Existenz bedroht und
reproduzieren sich dadurch stärker. Die Jagd zerstört die Sozialstruktur
(Familienstruktur) der Tiere und verhindert so eine artgerechte
Geburtenkontrolle durch die Tiere selbst, die von Ökologen durch
Feldstudien nachgewiesen wurde.
Prof. Dr. Josef Reichholf, Zoologe an der TU München: "Die
Raubtiere haben nie bei uns die Wildbestände nennenswert reguliert. Es
waren immer Krankheiten, Winterhärte und der Nahrungsmangel. Und genau
die letzteren schaltet der Jäger systematisch aus. Und die Raubtiere hat
er auch ausgeschaltet. Die Winterfütterung und die Wildpflege soll ja
auch bewirken, dass der Bestand besonders hoch wird. Und das haben die Jäger
ja auch erreicht.“
(Quelle: swr.de vom 28.5.09)
Jägerlüge
Nr. 4
"Da Raubtiere ausgestorben sind, muss gejagt werden"
Die
Beutegreifer sind durch jagende Menschen ausgerottet worden und nicht
ausgestorben. Die Anzahl der Tierbestände wird nicht durch Beutegreifer
reguliert.
Jägerlüge
Nr. 5
"Jäger töten schmerzlos"
Oft werden die Tiere nur
angeschossen. Die Nachsuche dauert, sofern sie überhaupt erfolgt, Stunden
und Tage. Bis zum tödlichen Schuss schleppen sich die angeschossenen
Tiere stunden- oder tagelang mit zerfetzten Körper, heraushängenden
Eingeweiden, gebrochenen Knochen auf der Flucht vor den Jägern durch den
Wald. Auch vom Schrot der Jäger werden unzählige Tiere, besonders
Wildvögel, zwar getroffen, sterben aber nicht gleich, weil keine
lebenswichtigen Organe getroffen wurden. Oftmals verenden sie erst Stunden
oder Tage später an ihren Verletzungen. Jede vierte Ente lebt mit einer
Schussverletzung.
Jägerlüge
Nr. 6
"Die Jäger schützen die Menschen vor der Tollwut"
In
Europa wird ein regelrechter Vernichtungsfeldzug gegen den Fuchs geführt:
mit Schrot, Fangeisen und Fallen -
und zwar das ganze Jahr. Doch die Ausbreitung der Tollwut wurde durch
keine der Maßnahmen gestoppt. Ganz im Gegenteil, ihre
Verbreitungsgeschwindigkeit nahm in Europa sogar zu. Der Schweizer Kanton
Wallis ist durch Impfaktionen seit 1981 tollwutfrei. Diese Aktion kostete
das Wallis 106.800 Franken im Jahr, während der angrenzende Kanton Bern -
flächenmäßig nur wenig größer - 818.146 Franken für die Tötung
einer großen Zahl von Füchsen und für die Impfung des Viehs ausgab,
ohne die Tollwut einzudämmen. Dort wo man Füchse einfach sich selbst
überließ, erlosch die Tollwut nach einiger Zeit von selbst (z. B.
Nationalpark Berchtesgaden, Versuchgebiet Grafenau/Bayer. Wald)
In Österreich gibt es seit Jahren keine Infektion mehr. Mit Beginn 1991
wird flächenmäßig regelmäßig mittels Fischmehlköder geimpft. Die
Zahl der infizierten Tiere ist rapide gesunken so dass Österreich am 28.
September 08 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der
Internationalen Tierseuchen- organisation (OIE) zum tollwutfreien Gebiet
erklärt wird (orf.at/11.9.08).

Grafik: APA / Fälle
seit 1998
Jägerlüge
Nr. 7
"Jagd ist ein Kulturgut"
Der
Duden (Band 5, 1982) versteht unter Kultur "die Gesamtheit der
geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen ... eines Volkes"
sowie "feine Lebensart, Erziehung und Bildung".
Ob das Töten von Wildtieren dazu gehört? - Bestimmt nicht! Dass Menschen
sich das Recht anmaßen, Lebewesen, die genauso wie sie fühlen und
Schmerz empfinden, um des Vergnügens willen zu töten, ist vom
moralischen Standpunkt her absolut inakzeptabel.
Jägerlüge
Nr. 8
"Der Mensch hat schon immer gejagt"
In
der Frühzeit war der Mensch zunächst Sammler. Erst später wurde er zum
Jäger. Die Abnutzungsmuster auf der Zahnoberfläche der Backenzähne von
vielen Hominiden und Hominoiden zeigen eindeutig, dass diese Vorläufer
der Menschen Pflanzenkost wie Pflanzenfasern, hartschalige Früchte,
Nüsse etc. gegessen haben.
Zudem sind mittlerweile die "entwickelten" Völker der
Notwendigkeit der Jagd zur Nahrungsbeschaffung entwachsen. Die Jagd dient
einer Minderheit bloß als Unterhaltung und wird als Jagdsport bezeichnet.
Mit Sport hat die Jagd nichts zu tun, lediglich mit der Befriedigung der
Lust am Töten.
Top |