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 Jagd in der Presse 2022 

orf.at vom 24.04.2022

Mutmaßliche Wolfsrisse in Osttirol

Zwei tote und zehn verletzte Schafe sind am Sonntag auf einer Heimweide im Gemeindegebiet von Anras in Osttirol gefunden worden. Laut dem Land Tirol besteht der Verdacht auf Wolfsrisse. Eines der verletzten Schafe musste getötet werden. Zwei weitere Tiere werden vermisst.

Der Landwirt fand die toten bzw. verletzten Schafe im zur Gemeinde Anras gehörenden Bereich von Mittewald am Sonntagfrüh gegen 6.15 Uhr. Zwei Schafe der Herde waren verschwunden. Die Wiese war mit einem Elektrozaun gesichert.

DNA der Proben wird untersucht

Die Rissbegutachtung durch den örtlich zuständigen Amtstierarzt erfolgte laut dem Land Tirol umgehend. Proben wurden genommen, sie werden zur DNA-Untersuchung geschickt. Allen Schaf- und Ziegenhaltern empfiehlt das Land aufgrund der allgemeinen Präsenz von großen Raubtieren, ihre Tiere auf den Heimweiden mit einem entsprechenden Elektrozaun zu schützen.

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orf.at vom 04.04.2022

TBC: Rotwild-Bestand soll reduziert werden

In Teilen des Vorarlberger Südens ist es seit Jahren ein Riesenproblem: der Erreger von Tuberkulose (TBC), der von Rotwild auf Rinder überspringt, die dann getötet werden müssen, um eine Ausbreitung der Tierkrankheit zu verhindern. Grund zu erhöhter Aufmerksamkeit gibt es auch im Bregenzerwald.

Im Schnitt habe man in Vorarlberg einen Hirsch mit TBC pro Jahr im Bregenzerwald über Jahre hinweg gefunden, sagt Landesrat Christian Gantner (ÖVP). Experten würden vermuten, dass Tiere aus dem Allgäu den Krankheitserreger in den Bregenzerwald tragen. Das Land habe reagiert und veranlasst, dass mehr Rotwild auf TBC untersucht wird, sagt Gantner.

Drei Tiere im vergangenen Jahr

Mittlerweile werde in der betroffenen Region jedes vierte Rotwild-Exemplar untersucht. Im vergangenen Jahr seien dann drei Tiere betroffen gewesen. Zwei im Schönebacher Kessel, eines im Bereich Wirmboden, bei der Kanisfluh.

Jetzt soll auch hier, wie in anderen Teilen des Landes, der Rotwild-Bestand reduziert werden. Landesrat Gantner sagt, die Hegegemeinschaft Bezau-Schönebach habe jetzt die Vorgabe, mehr Tiere abzuschießen.

Was ist Tuberkulose

Tuberkulose (TBC) ist eine bakterielle Erkrankung, die bei Mensch und Tier vorkommt und durch Mykobakterien verursacht wird. Obwohl die klassische Tuberkulose des Menschen nicht durch dieselben Mykobakterien wie beim Rind oder Wildtier (Mycobacterium bovis, Mycobacterium caprae) verursacht wird, sind Infektionen beim Menschen durch diese Erreger möglich.

Man spricht in diesem Fall von einer Zoonose, das heißt Menschen können sich durch den Kontakt mit erkrankten Tieren oder durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln infizieren.

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orf.at vom 06.03.2022

Zahl der Jägerinnen gestiegen

Die Jagd wird zunehmend weiblicher, das teilt der niederösterreichische Jagdverband mit. Die Zahl der Jägerinnen steigt in den vergangenen Jahren stetig, ist mit etwa zehn Prozent allerdings immer noch gering.

Der niederösterreichische Jagdverband berichtet von einem seit vielen Jahren steigenden Anteil an Jägerinnen. Aktuell liege der Frauenanteil bei 9,8 Prozent. In den nächsten Jahren rechne man damit, dass die Zahl weiter steige, denn bei den Jagdkursen und den Absolventen der Jagdprüfung betrage der Frauenanteil etwa 20 Prozent. Der niederösterreichische Jagdverband versuche deshalb, auch den Frauenanteil bei den Funktionärinnen zu steigern.

Landesjägermeister Josef Pröll betont anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März: „Seit dem Landesjägertag 2021 hat der Jagdverband mit Bernadette Brandstetter erstmals eine Frau im Vorstand. Sie wird sich künftig vor allem in die Themen Öffentlichkeitsarbeit und Kinder einbringen. Zudem konnte der Frauenanteil in Vorstand, Ausschuss und Ausschuss-Ersatz von bis dato zwei Prozent auf 13 Prozent gesteigert werden. Der Niederösterreichische Jagdverband wird gleichzeitig seit 2018 von Sylvia Scherhaufer geführt.“

Mythos vom Männerhandwerk Jagd veraltet

Der Mythos vom Männerhandwerk Jagd sei längst veraltet und überholt, sagt Pröll. Immer mehr Frauen würden die Jagdprüfung absolvieren, Reviere übernehmen und die unterschiedlichen und zahlreichen Aufgaben erfüllen, die mit der Jagd einhergehen. „Wir werden diesen Weg jedenfalls fortsetzen und wollen auch künftig Frauen für dieses Handwerk sowie in der Folge für Funktionärsaufgaben begeistern“, so Pröll.

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heute.at vom 22.02.2022

Schon wieder Tellereisen-Fallen im Waldviertel gefunden

Obwohl die grausamen Tellereisen-Fallen seit 1995 in der gesamten EU verboten sind, tauchen sie immer wieder auf.
Erneut wurden Tellereisen-Fallen bei den Waldviertler Teichen entdeckt. Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, MMag. Dr. Petrovic ist fassungslos.


In der Waldviertler Gemeinde Eisgarn (Bezirk Gmünd, Niederösterreich) wurden neben den Teichen nun erneut grausame Tellereisen entdeckt. Diese mittelalterlichen Jagdfallen aus Stahl haben den Sinn und Zweck, Wildtiere beim Tritt auf den Teller zu fangen, indem sich zwei Fangbügel tief ins Fleisch bohren. Da diese Praktik nur als furchtbare Tierquälerei bezeichnet werden kann, da das Tier verstümmelt einen qualvollen und langsamen Tod erleiden muss, ist sie in Österreich seit 1991 und in der gesamten EU seit 1995 streng verboten.

Petrovic persönlich vor Ort

Die Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, MMag. Dr. Madeleine Petrovic war persönlich vor Ort, um sich ein Bild zu machen und die zuständigen Behörden einzuschalten. Laut der umgehend eintreffenden Polizei wurde an diesem Ort schon einmal diesbezüglich gestraft und nun erneut Anzeige erstattet. Man geht zunächst davon aus, dass die Fallen aufgrund der Fischotter ausgelegt wurden. Den Tätern drohen bei einer Verurteilung bis zu zwei Jahren Haft.

Tierschutz Austria bittet auch die Zivilbevölkerung darum, solche Fallen zu melden, wenn sie einem auffallen. Wenn man anonym bleiben möchte, kann man an die Tierschutzorganisation herantreten und sie melden es dann den entsprechenden Behörden.

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orf.at vom 16.02.2022

In Tirol vorerst weiter Munition mit Blei

In Tirol wird es zu keinem Verbot von bleihaltiger Jagdmunition kommen. Nach Kritik der Jägerschaft hat das Land von der Idee der bleifreien Pirsch Abstand genommen. Jährlich verenden europaweit rund eine Million Greifvögel an Bleivergiftung.

In Tirol wird bleihaltige Munition vorerst nicht verboten. Stattdessen dürfen Jäger künftig kein kontaminiertes Material, sprich den Aufbruch oder einen Kadaver im Wald zurücklassen. Für den Grünen Klubobmann Gebi Mair ist das ein tragbarer Kompromiss. „Geschossen werden darf weiterhin mit jeder Munition, weil der Jägerverband nachvollziehbar erklärt hat, dass für viele Kaliber einfach noch keine bleifreie Munition vorliegt. Aber – und das ist ja das Wesentliche – es darf vom Kadaver nichts mehr in der Natur zurückbleiben. Das heißt, die Jäger müssen alles mitnehmen. Es darf nicht dort bleiben, wo Greifvögel es aufnehmen können.“

Umstellung wird vorbereitet

Jäger und Jägerinnen können mit dieser Vorgabe leben, sagte Landesjägermeister Anton Lacher. Zusätzlich wolle man die Jägerschaft auf das Thema verstärkt aufmerksam machen, versicherte er: „Zudem werden wir flächendeckend für ganz Tirol Umstellungs-Seminare auf alternative Munition durchführen und ausloten, wo überall eine solche Umstellung möglich ist. Wobei ich offen gestanden davon ausgehe, dass wir in etwa schon ein Drittel der Abschüsse mit alternativer Munition durchführen.“

Bleimunition wird verschwinden

Europaweit sterben nach Schätzung von Biologen jährlich rund eine Million Greifvögel an Bleivergiftung. Die EU denkt laut über ein Verbot bleihaltiger Munition nach. Gebi Mair: „In einigen Jahren, davon gehen wir auch aus, wird für den gesamten europäischen Markt das Verbot von bleihaltiger Munition kommen, das derzeit ja schon für die Jagd auf Wasservögel besteht.“ Bleihaltige Munition werde vom Markt wohl genauso verschwinden wie das Blei einst bei Benzin oder Diesel.

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krone.at vom 08.02.2022

Mit Ast geschlagen?
Zwei Tiroler Jäger und eine ungeklärte Rangelei


Sein Dorfnachbar habe ihm die Jagd streitig machen wollen und ihn seit 15 Jahren drangsaliert, so der Angeklagte. Deshalb habe er ihm das Handy weggenommen, als sein Rivale die Futterstellen fotografiert habe. Das vermeintliche Opfer sagt, der Angeklagte habe ihn mit einem Ast geschlagen und ihn am Hals gepackt.

Nach 20 Jahren verlor der angeklagte Jäger seine Jagd. Man habe ihn schlecht gemacht, sogar den Arbeitgeber über das laufende Strafverfahren informiert.

Als sein Rivale zum Hochstand kam, habe dieser Fotos vom Futtertrog gemacht: „Ich habe ihm das Handy weggenommen. Mehr nicht“, so der Angeklagte. Im Strafantrag steht jedoch, dass er seinen Rivalen mit einem Ast in die Nieren geschlagen, ihn zu Boden gebracht, sich auf seine Arme gekniet, ihn am Hals gepackt und geschüttelt haben soll.

„Ich habe keine Fotos gemacht“, so das mutmaßliche Opfer. Man sei sogar befreundet gewesen, habe nie irgendwelche Probleme miteinander gehabt. Beide jedoch schildern Drohungen der jeweils anderen Seite: Sätze wie „Etwas wird passieren“ und „Ich zeige dich an“ seien gefallen.

Die Jagd hat laut Angeklagtem übrigens nun ein Bekannter des Opfers. Der Prozess wurde auf übernächste Woche vertagt.

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orf.at vom 24.01.2022

Land will Jagd auf Wolf erleichtern

Am Dienstag wird die Kärntner Landesregierung eine Verordnung beschließen, die die Jagd auf den eigentlich streng geschützten Wolf erleichtern soll. Es soll nicht nur „Schadwölfe“ auf Almen treffen, sondern auch „Risikowölfe“, die Siedlungen zu nahe kommen. Tierschutzorganisationen übten im Vorfeld Kritik.

Der zuständige Landesrat Martin Gruber (ÖVP) stellte die Verordnung am Montag vor: Kärnten sei das erste Bundesland, das nicht nur die Jagd auf Schadwölfe ermöglicht, die auf Almen Tiere reißen – auch sogenannte Risikowölfe, die sich wiederholt in Siedlungen vorwagen, sollen abgeschossen werden dürfen.

Mehr als 100 Wolfsrisse im letzten Jahr

Im vergangenen Jahr habe die Zahl der von Wölfen gerissenen Nutztiere stark zugenommen, mehr als 100 Wolfsrisse wurden verzeichnet, sagte Gruber bei einer Pressekonferenz am Montag. Es habe auch zahlreiche Wolfssichtungen, sowie Verunsicherung und Ärger unter Almbauern und der Bevölkerung gegeben: „Die Schäden und das Tierleid, die durch Wölfe in Kärnten angerichtet wurden, haben ein neues Ausmaß erreicht.“

Die nun präsentierten Regelungen sehen vor, dass ein Wolf, der in einem Monat nachweislich 20 (oder in drei Monaten 35) Nutztiere auf einer Alm tötet oder verletzt, geschossen werden darf, wenn er sich in einem Radius von zehn Kilometern um den Rissort aufhält. Damit soll sichergestellt werden, dass auch der tatsächliche Schadwolf erlegt werde, heißt es vom Land.

Man begebe sich mit der Verordnung auf „rechtlich sehr heikles Terrain“, räumte Gruber ein. Im Begutachtungsverfahren seien 51 Stellungnahmen eingelangt, darunter auch zwei kritische von Naturschutzorganisationen. Diese wurden betrachtet: „Die Verordnung ist auf Grundlage des Ergebnisses zustande gekommen, sie wurde mit der Fachabteilung und dem Verfassungsdienst erstellt. Es ist eine Verordnung, die auch halten wird“, sagte Gruber.

Arbeitsgruppe: Zäune nicht durchführbar

Rund 2.000 bewirtschaftete Almen gibt es in Kärnten. Für die rechtliche Frage, ob ein Wolf geschossen werden darf, ist auch entscheidend, ob auf einer Alm Herdenschutzmaßnahmen zumutbar sind. Solche Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel einen Meter hohe Zäune, die aber wegen bestimmte Hangneigungen oder schwierigem Gelände oft nicht aufgestellt werden können. Ergebnis einer Arbeitsgruppe: Auf mehr als 1.800 Almen seien solche Schutzmaßnahmen „nicht zumutbar und nicht durchführbar“. In diesen Gegenden seien keine zielführenden Maßnahmen zur Beseitigung von Schadwölfen gegeben als die Entnahme dieser Tiere, so Gruber.

Die neue Wolfsverordnung gilt vorerst für zwei Jahre, dann soll die Situation neu bewertet werden.

„Noch keine Kinder gefressen“

Ein Blick über die Grenze nach Tarvis zeigt, dass man auch mit dem Wolf leben lernen kann. Nach Italien kehrte der Wolf schon vor 26 Jahren zurück. In Tarvis gibt es bereits nachweislich drei Rudel, die in der Region leben. Wildbiologe Paolo Molinari sagte, 26 Jahre später könne er sagen, in Ligurien und Piemont, überall gebe es weiter Schafhaltung und reguläre Jagd. „Es wurden immer noch keine Kinder gefressen, die Lage hat sich beruhigt. Es braucht einfach Zeit.“

Reaktionen

Begrüßt wurde die Verordnung am Montag von der Landwirtschaftskammer: „Wölfe haben in Kärnten keinen Platz“, erklärte deren Präsident Siegfried Huber, die neue Regelung sei „ein echter Lichtblick für die heurige Weidesaison“. Die „Wolfs-Problematik“ sei in Kärnten ohne die gezielte Entnahme von Problemtieren nicht zu lösen, sagte Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer in einer Aussendung. Ihm sei aber wichtig, dass Entnahmen „immer punktuell und zielgerichtet erfolgen“, denn nicht alle Wölfe seien auch Problem-Wölfe.

Kritik – wenn auch mit unterschiedlichen Begründungen – kam von WWF und FPÖ. Die Naturschutzorganisation bezeichnete die Verordnung als rechtswidrig und forderte zum wiederholten Mal, dass verstärkt Herdenschutzmaßnahmen ins Auge gefasst werden. Außerdem sei nicht sichergestellt, dass nur das zum Abschuss freigegebene Tier bejagt wird. Völlig anders lautete die Ansicht der FPÖ: Die Wolfsverordnung sei eine „Hinhaltetaktik“ und ein „Ablenkungsmanöver von den Problemen, die es in der Landwirtschaft mit dem Wolf gibt“, erklärte der Kärntner Parteichef Erwin Angerer. Er forderte auch die Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes.

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oe24.at vom 07.01.2022

VP-Ortschef nach Prügelei festgenommen

Verfolgungsjagd, Führerschein weg, Waffenverbot.

Der Bürgermeister von Türnitz beförderte einen Wirtshaus-Kontrahenten ins Spital.


NÖ. Ein Wirtshausbesuch mit Folgen für Christian Leeb, den langjährigen VP-Bürgermeister von Türnitz. Der gewichtige Ortschef lieferte sich eine heftige Prügelei samt ¬Verfolgungsjagd mit zwei Verletzten und wurde von Spezialkräften der Polizei sogar vorübergehend festgenommen: „Doch das wahre Opfer bin ich“, sagt der Kommunalpolitiker.

Leeb saß in einem Lokal in Lilienfeld, als er mit einem anderen Gast (47) zusammen rumpelte. Einen Scherz des Bürgermeisters soll der Kontrahent missverstanden und sofort zugeschlagen haben. Laut Leeb ging seine Brille zu Bruch, sein Gegenüber drohte ihm sogar mit dem Erschießen.

In Panik flüchtete der Politiker, raste mit seinem Auto davon. Der 47-Jährige hinterher. In Freiland soll er Leeb dann gestellt haben. Angeblich wurde der Ortschef mit zwei Bierflaschen attackiert. Erneut flogen die Fäuste, der Bürgermeister flüchtete abermals und rief schließlich die Polizei. Da war bereits ein Notruf von Zeugen wegen zwei verletzten Männern eingegangen.

Anzeige wegen Körperverletzung

Polizisten der schnellen Interventionsgruppe SIG nahmen den Bürgermeister vorübergehend fest. Beide Kontrahenten wurden wegen des Verdachts der Körperverletzung, Sachbeschädigung und gefährlichen Drohung angezeigt.

Für Bürgermeister Leeb kam es noch schlimmer. Weil der passionierte Jäger seine Gewehre im Auto mitführte, wurde über ihn ein vorläufiges Waffenverbot verhängt.

Und auch den Führerschein ist der Politiker bis auf Weiteres los. Er soll nicht ganz nüchtern nach dem Wirtshausbesuch mit dem Auto unterwegs gewesen sein. Selbstverständlich gilt für Leeb die Unschuldsvermutung.

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greenpeace-magazin.de vom 06.01.2022

"Spur der Lügen" oder gute Tradition? England streitet um Fuchsjagd

Hetzjagd seit 2005 verboten, es gibt aber "Trail Hunts" - Kritiker sehen darin Ablenkungsmanöver, um doch echte Füchse zu jagen (Von Benedikt von Imhoff/dpa)

London (APA/dpa) - Die Emotionen kochen in englischen Dörfern hoch, der Ton wird rauer. "Jagdabschaum ist das wahre Ungeziefer": Mit drastischen Worten protestierte eine Frau im mittelenglischen Örtchen Melton Mowbray gegen die traditionelle Neujahrsjagd. Dutzende brüllten Reitern "Schande" entgegen, als sie hoch zu Ross und in rote Jacken gekleidet zum traditionellen "Quorn Hunt" aufbrachen.

Im westenglischen Dorf Lacock prügelten sich nach Weihnachten sogar Gegner und Befürworter der Jagd, drei Männer wurden festgenommen. Die hitzige Atmosphäre irritiert auf den ersten Blick. Denn seit 2005 sind Hetzjagden auf lebende Tiere im größten britischen Landesteil illegal. Die Jäger in Melton Mowbray, Lacock und anderswo haben also keine Füchse im Visier. Stattdessen halten sie ihre Traditionen hoch, indem sie ihre Hunde einer künstlichen Geruchsspur hinterherhetzen lassen.

Doch Kritiker etwa von der Tierschutzorganisation League Against Cruel Sports werfen den Jägern vor, diese "Trail Hunts" zu missbrauchen, um unter dem Deckmantel der Legalität doch lebende Tiere zu jagen. Die "Spurenjagd" sei lediglich eine "Spur der Lügen", die Jagd ein "brutaler Blutsport". Denn vom künstlichen Fuchsgeruch angelockt, würden die Hunde allzu häufig vom Geruch echter Füchse abgelenkt und hetzten sie wie früher zu Tode.

Zwar halten die Befürworter dagegen. Seit dem Verbot 2005 sei es nur bei einem Bruchteil der Jagden zu Verstößen gekommen. Außerdem fördere die Industrie mit den Jagden, die vielerorts Volksfesten ähneln, die lokale Gastronomie sowie Landwirte. Jäger könnten helfen, die "Überpopulation" an Füchsen zu reduzieren. In London sind die Tiere ein alltäglicher Anblick, selbst um den Buckingham-Palast streunen sie herum.

Dennoch scheint derzeit die Stimmung zu kippen. Ein symbolisch schwerer Schlag für die Jäger war es, als kürzlich die Mitglieder der Naturschutzorganisation National Trust, einer der größten Grundbesitzer des Landes, mit überwältigender Mehrheit für ein Jagdverbot auf ihren Ländereien stimmten.

Zuvor hatte ein führendes Mitglied der Jagd-Lobby in internen Online-Seminaren, die später publik wurden, ziemlich offensichtlich "Trail Hunts" als Tarnung für illegale Hetzjagden beworben. Er musste 3.500 Pfund (4.200 Euro) Strafe zahlen, der Glaubwürdigkeitsverlust war aber deutlich nachhaltiger. Andere Landeigentümer folgten dem Beispiel des National Trust. Auch die größte Oppositionspartei Labour fordert ein Verbot.

Für Premierminister Boris Johnson ist das Thema delikat. Mehrere Abgeordnete seiner Konservativen Partei aus ländlichen Gebieten gelten als Jagd-Unterstützer. Mit Kabinettsmitglied Jacob Rees-Mogg haben sie zudem mindestens einen wichtigen Vertreter des einflussreichen äußerst konservativen Parteiflügels an ihrer Seite.

Dennoch könnte es den Jägern bald an den Kragen gehen. Die Regierung kündigte an, die Strafen für illegale Hasenhetzjagden - "Hare Coursing" genannt - verschärfen zu wollen. Tierliebende Tory-Abgeordnete wollen zudem das neue Tierschutzgesetz, das derzeit im Parlament diskutiert wird, deutlich ausweiten und auch "Trail Hunting" unter Androhung von Haftstrafen verbieten.

Dafür haben sie prominente Unterstützung. Carrie Johnson, die Ehefrau des Premierministers, engagiert sich für die Tory-nahe Tierschutzorganisation Conservative Animal Welfare Foundation und hat die "Trail Hunts" offen kritisiert. "Ich habe mich sogar, als ich viel jünger war, dagegen eingesetzt, indem ich mich als Fuchs verkleidet habe", erzählte sie mal.

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